Rund 40 Prozent der Marktteilnehmer sehen starken Einfluss von Banken und Investoren, werden aber gehemmt von uneinheitlichen Vorgaben und manueller Erfassung.
Die Datenanforderungen von Banken und Investoren haben nach einer gemeinsamen Umfrage von Apleona, dem ZIA und der Brancheninitiative Coalition‑X unter 112 Marktteilnehmern deutliche Auswirkungen auf die operative Tätigkeit von Immobilienunternehmen. Rund 40 Prozent der Befragten bewerten den Einfluss der Bankenanforderungen als stark bis sehr stark, für Investoren liegt der Wert bei 39 Prozent. Regulatorische Vorgaben erscheinen im Vergleich weniger prägend: den Einfluss von CSRD/ESRS sehen 24 Prozent als stark bis sehr stark, EU‑Taxonomie 22 Prozent, SFDR 18 Prozent.
Daten werden immer noch manuell erfasst
Bei der Datenerhebung dominiert weiterhin die manuelle Erfassung im eigenen Unternehmen: 54 Prozent der Teilnehmenden nennen sie als häufigste Methode. Weitere wichtige Quellen für Daten sind Property-Manager (rund 40 Prozent) und Facility-Manager (rund 33 Prozent). Digitale Systeme wie CAFM‑, Energie‑ oder Smart‑Metering‑Lösungen kommen jeweils bei knapp 30 Prozent zum Einsatz, ESG‑Softwareplattformen bei etwa einem Fünftel.
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„Die Immobilienwirtschaft hat sich über viele Jahre mit heterogenen Datenbeständen und manuellen Prozessen arrangiert. Das funktioniert künftig immer weniger. Digitalisierung, Automatisierung und insbesondere der Einsatz von KI setzen voraus, dass Daten verlässlich, einheitlich definiert und damit nutzbar sind. Datenqualität wird so zu einer entscheidenden Voraussetzung, um die neuen Potenziale überhaupt heben zu können“, sagt Dr. Jochen Keysberg, CEO der Apleona Group.
Haupthemmnisse bei der Datenbereitstellung sind uneinheitliche Anforderungen, die 70 Prozent der Befragten nennen, sowie unklare KPI‑Definitionen und Bezugsgrößen, die rund die Hälfte als Problem sehen. Fehlende Daten auf Gebäudeebene sowie manuelle, fehleranfällige Übertragungsprozesse werden jeweils von etwa 41 Prozent angeführt.
Zugleich wächst der Druck, die Herkunft und Verarbeitung risikorelevanter Daten nachvollziehbar zu dokumentieren (Data Lineage): Knapp die Hälfte der Befragten bereitet sich aktiv auf steigende Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit vor, weitere 30 Prozent sind damit vertraut, haben bislang jedoch noch keine Maßnahmen ergriffen.
Auf europäischer Ebene rücken einheitliche Gebäudedaten durch Initiativen wie ein digitales Gebäudelogbuch und entsprechende Standards stärker in den Fokus. Parallel erprobt Coalition‑X eine vertrauenswürdige, maschinenlesbare Datensignierung zur Bestätigung der Echtheit; der ZIA hat die Schirmherrschaft übernommen, Apleona gehört zu den Pilotpartnern.
„Wir brauchen klare Definitionen und verlässliche Echtheitszertifikate zwischen den Beteiligten. Daten sollten dort erhoben und gesiegelt werden, wo sie entstehen, und anschließend derart gesichert weitergegeben und genutzt werden können. Genau hier setzt Coalition‑X an. Gleichzeitig wird das Thema durch KI noch dringlicher: Die Potenziale KI‑gestützter Prozesse lassen sich nur auf Basis qualitativ hochwertiger und verlässlicher Daten vollständig ausschöpfen. Umgekehrt kann KI aber auch dabei helfen, die Datenqualität selbst zu verbessern, etwa indem Fehler bereits bei der Erfassung erkannt und korrigiert werden“, sagt Jochen Schenk, Vizepräsident des ZIA.
Für Marktteilnehmer resultiert daraus ein konkreter Handlungsbedarf: Standardisierte Datenerhebungsprozesse, digitale Schnittstellen und Mechanismen zur Echtheitsprüfung sind Voraussetzungen, damit Banken, Investoren und Regulatoren datengetriebene Entscheidungen verlässlich treffen und automatisierte wie KI‑gestützte Prozesse sinnvoll eingesetzt werden können.
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