
2026-08-31T12:06:01.275Z Banken verlangen signierte Daten
Coalition-X heißt eine Initiative, bei der es um die Echtheit von Immobiliendaten geht. Über Pain Points und Ziele sprechen ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk und Dr. Uwe Forgber, Geschäftsführer der Realcube GmbH.
Welche Pain Points löst die Coalition-X?
Jochen Schenk: Der zentrale Pain Point liegt in der Bankenregulatorik: Banken dürfen für ihre Risikoszenarien nur Daten verwenden, deren Echtheit sie nachweisen können. Heute arbeiten sie mit Referenzdaten großer Dienstleister. Das wird laut EZB‑Vorgaben nicht mehr reichen. Kein Immobilieneigentümer kann derzeit lückenlos belegen, wie aus einem Ablesewert oder Energieausweis ein „echter“ Datensatz im Bankensystem wurde.
Coalition-X zertifiziert den Prozess der Datenerhebung und signiert die Daten an der Quelle. Ecore oder Unternehmen wie Deepki & Co. können weiter Daten sammeln und Benchmarks erstellen – aber erstmals auf Daten zurückgreifen, deren Echtheit entlang der gesamten Kette nachweisbar ist.
Was unterscheidet die Coalition-X genau von Datenpools wie Ecore?
Jochen Schenk: Ecore, Optiml, Deepki, Building Minds und ähnliche Anbieter sammeln ESG‑Daten, bauen Datenbanken auf, machen Benchmarks und geben Optimierungsvorschläge. Wir hingegen speichern keine Daten. Wir erzeugen ein Echtheitszeugnis für Daten – bildlich gesprochen: ein digitales Impfzertifikat für Gebäudedaten.
Beim Impfzertifikat konnten Sie per QR‑Code prüfen, ob die hinterlegten Informationen echt sind, ohne die medizinischen Details offenzulegen. Genauso ermöglicht Coalition-X Empfängern – insbesondere Banken und Wirtschaftsprüfern – zu prüfen, ob Daten auf dem Transportweg manipuliert wurden, ohne selbst zum Datenspeicher zu werden.
Wer erhebt die Daten – und wie fügt sich Coalition-X in die bestehende Landschaft ein?
Jochen Schenk: Der entscheidende Punkt liegt vor den Datensammlern: Wer misst überhaupt? In der Praxis sind das Facility‑Manager und andere Dienstleister. Auch manuelle Ablesungen wird es weiterhin geben. Aber ab dem Moment der Erhebung muss der Prozess zertifiziert sein.
Der Datenpfad beginnt bei demjenigen, der misst – und zwar nach klar definierten Qualitätsmaßstäben. Erst dann geht der Datensatz auf die Reise: zu den jeweiligen Plattformen oder direkt zur Bank – aber bereits signiert. Die Signierung erfolgt bei der Ersteingabe durch einen akkreditierten Akteur mit der von uns entwickelten Signiertechnik.
Welches Ziel soll wann erreicht werden?
Jochen Schenk: Inhaltlich starten wir mit den ESG‑Daten der KPI‑Liste des ZIA. Aus über 400 energie‑ und immobilienbezogenen Datenpunkten haben wir 29 zentrale Kennzahlen verdichtet, abgestimmt mit dem Verband deutscher Pfandbriefbanken. Das deckt die Bedürfnisse der Banken für ihre ESG‑Risikosimulationen ab.
Dr. Uwe Forgber: Unser Ziel ist eine marktfähige Infrastruktur für den sicheren und nachvollziehbaren Austausch von Gebäude‑ und Portfoliodaten. Der technische Grundansatz und ein erstes Minimum Viable Product (MVP) entstehen 2026, im Laufe des Jahres erproben wir die Infrastruktur mit Pilotpartnern.
Ab 2027 soll Coalition-X schrittweise in den regulären Markt überführt werden. Dann sollen Datenlieferanten und Datenempfänger Immobiliendaten über einen gemeinsamen Vertrauensrahmen austauschen können – ohne für jede Geschäftsbeziehung
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