Eine Luftaufnahme eines großen Fabrikkomplexes, umgeben von Feldern und Wohngebieten.
Um sich für künftige Anforderungen an die Produktion aufzustellen, plant Audi am Stammsitz in Ingolstadt großflächig umzubauen.  (Quelle: Audi AG)

Infrastruktur 2025-12-09T08:55:20.855Z Audi modernisiert Werk in Ingolstadt im laufenden Betrieb

Audi und Drees & Sommer steuern in Ingolstadt ein komplexes Infrastrukturprojekt – unter laufender Produktion und mit Fokus auf Resilienz.

Audi modernisiert am Standort Ingolstadt zentrale Versorgungsstrukturen – bei laufender Produktion und über mehr als zehn Jahre hinweg. Unterstützt wird das Unternehmen dabei vom Beratungs- und Projektsteuerungsspezialisten Drees & Sommer.

Im Mittelpunkt steht die Werkshalle A1 – funktional das Versorgungszentrum des gesamten Werks. Hier verlaufen Medientrassen für Energie, Wasser und Daten. Da die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen stößt, hat Audi ein umfangreiches Transformationsprojekt angestoßen. Das Vorhaben umfasst acht eng miteinander verknüpfte Teilprojekte, darunter neue Medientrassen im Norden und Süden des Werks, die Entflechtung bestehender Versorgungsnetze und eine neue Energiezentrale.

Rückbau und Neubau gleichzeitig

Die Projektstruktur ist vielschichtig: Die Teilmaßnahmen befinden sich in unterschiedlichen Leistungsphasen – von der Variantenuntersuchung bis zur Umsetzung. Einzelne Schritte bauen aufeinander auf, andere verlaufen parallel. Rückbau und Neuerrichtung finden zeitgleich statt – in unmittelbarer Nähe zur laufenden Fahrzeugproduktion.

„Wir sprechen hier nicht über ein klassisches Bauprojekt, sondern über eine Transformation im laufenden Betrieb – mit allen technischen, organisatorischen und menschlichen Herausforderungen“, sagt Veronika Linz, Senior Projektleiterin bei Drees & Sommer. Audi verantwortet das Projekt gemeinsam mit dem Stuttgarter Beratungsunternehmen.

Schnittstellen sind der Schlüsselfaktor

Eine der größten Herausforderungen ist das Schnittstellenmanagement. „Die größte Herausforderung ist nicht der Bau selbst. Voraussetzung für stabile Abläufe sind sauber koordinierte Schnittstellen“, so Linz. Unterschiedliche Stakeholder – von Behörden über Fachplaner bis hin zu Nutzern – verfolgen eigene Prioritäten und Zeitpläne. Bei langfristigen Vorhaben wächst die Komplexität zusätzlich durch personelle und organisatorische Wechsel.

Ein zentrales Element des Projekts ist die neue Energiezentrale in der Werkmitte. Das Technikgebäude mit rund 120 Metern Länge wird in zwei Bauabschnitten geplant und bündelt zentrale Infrastrukturfunktionen: Kühlwasser- und Kälteversorgung, Wärmepumpentechnologie, Druckluft, thermische Speicher sowie Elektrohauptstationen und IT-Infrastruktur. Über neue Hoch- und Erdtrassen wird die Zentrale an das gesamte Werksgelände angebunden.

Die Energiezentrale ist dabei nicht nur ein technisches, sondern auch ein strategisches Element der Transformation: Sie wird so konzipiert, dass sie den Anforderungen der Energiewende gerecht wird. Geplant ist unter anderem die Nutzung industrieller Abwärme durch Wärmepumpen und thermische Speicherlösungen. Damit leistet das Projekt einen aktiven Beitrag zu Audis Umweltprogramm Mission:Zero und schafft die Grundlage für eine nachhaltige, resiliente Energieversorgung am Standort Ingolstadt.

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zuletzt editiert am 09. Dezember 2025