Adler nutzt Verkaufserlöse zur weiteren Entschuldung. Der LTV liegt zur Jahresmitte bei 79,2 Prozent, das Nettoergebnis bei minus 160 Millionen Euro.
Die Adler Group hat im bisherigen Jahresverlauf Nettoerlöse aus Immobilienverkäufen in Höhe von 201 Millionen Euro zur weiteren Reduzierung ihrer Verschuldung eingesetzt. Die Mittel flossen vorrangig in Teilrückzahlungen der sogenannten „1L New Money Facility“. Gleichzeitig bleibt die Verschuldungsquote des Immobilienkonzerns hoch: Zum 30. Juni 2026 lag der Loan-to-Value (LTV) bei 79,2 Prozent.
Bei den Fälligkeiten hat Adler nach eigenen Angaben zunächst Spielraum. Bis Ende 2028 stehen keine Kapitalmarktverbindlichkeiten zur Rückzahlung an, insgesamt werden 97 Prozent der Finanzschulden 2028 oder später fällig. Zum Ende des ersten Halbjahres verfügte der Konzern über liquide Mittel von 155 Millionen Euro.
Verlust verringert sich deutlich
Das Ergebnis aus operativer Tätigkeit verbesserte sich im ersten Halbjahr auf minus sechs Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Verlust von 215 Millionen Euro angefallen war. Als Gründe nennt Adler geringere Abschreibungen und die Anpassung der Organisationsstruktur an das verkleinerte Portfolio.
Unter dem Strich blieb der Konzern allerdings deutlich in den roten Zahlen. Das Nettoergebnis belief sich auf minus 160 Millionen Euro nach minus 381 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Belastend wirkten insbesondere die Zinsaufwendungen.
Das bereinigte EBITDA aus dem Vermietungsgeschäft erreichte 37 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert. Auch die Nettomieteinnahmen gingen infolge der Portfolioverkäufe von 68 auf 63 Millionen Euro zurück. Für das Gesamtjahr bestätigt Adler die Prognose von 124 bis 129 Millionen Euro.
Berliner Portfolio mit 17.416 Wohnungen
Das verbliebene Mietportfolio umfasst 17.465 Einheiten, davon 17.416 im Raum Berlin. Den Wert des Portfolios beziffert Adler auf 3,5 Milliarden Euro.
Auf vergleichbarer Fläche stiegen die Mieten im ersten Halbjahr um 3,0 Prozent. Die durchschnittliche Wohnungsmiete erhöhte sich von 8,45 Euro je Quadratmeter im Juni 2025 auf 8,68 Euro ein Jahr später. Die operative Leerstandsquote sank auf 0,9 Prozent.
Parallel investiert Adler nach eigenen Angaben unter anderem in die Digitalisierung des Immobilienmanagements, kürzere Bearbeitungszeiten bei Reparaturen und eine klimafreundlichere Wärmeversorgung.
