Ein weitläufiges, frisch gepflügtes Ackerfeld mit brauner Erde erstreckt sich unter einem strahlend blauen Himmel, der mit zahlreichen weißen, flauschigen Wolken übersät ist.
In Bayern kostete ein Hektar Ackerland 2024 mehr als sechsmal so viel wie in Brandenburg. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2026-10-20T07:31:41.256Z Ackerlandpreise seit 2020 um 30 Prozent gestiegen

Weniger Flächenverkäufe, steigende Preise: Laut Colliers kostete Ackerland 2024 durchschnittlich 40.500 Euro je Hektar.

Die Kaufpreise für Ackerland in Deutschland sind seit 2020 um rund 30 Prozent gestiegen. Im Jahr 2024 wurden durchschnittlich 40.500 Euro je Hektar gezahlt. Gleichzeitig ging die gehandelte Acker- und Grünlandfläche zwischen 2015 und 2024 um rund 34 Prozent auf knapp 82.800 Hektar zurück. Dennoch erreichte der Geldumsatz 2024 mit rund 3,1 Milliarden Euro den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Das geht aus dem aktuellen Agrar-Marktbericht 2026/2027 von Colliers hervor.

Große regionale Unterschiede bei den Kaufpreisen

Die Preise für landwirtschaftliche Flächen unterscheiden sich je nach Bundesland erheblich. Am teuersten war Ackerland 2024 in Bayern mit durchschnittlich 92.900 Euro je Hektar, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 87.700 Euro und Niedersachsen mit 62.000 Euro. Deutlich niedriger lagen die Kaufpreise in Ostdeutschland. In Brandenburg wurden durchschnittlich 15.000 Euro je Hektar gezahlt, in Sachsen 17.100 Euro, in Sachsen-Anhalt 24.400 Euro und in Mecklenburg-Vorpommern 25.200 Euro.

Neben der Ertragsfähigkeit des Bodens beeinflusst auch die Größe der angebotenen Flächen die Preisbildung. Während in Ostdeutschland häufiger größere Flächen auf den Markt kommen, werden in Westdeutschland überwiegend kleinere Grundstücke veräußert. Hinzu kommt ein langfristiger Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzfläche: Seit 1995 gingen bundesweit rund 636.000 Hektar verloren, insbesondere durch die Ausweitung von Siedlungs- und Verkehrsflächen. Derzeit stehen in Deutschland noch etwa 16,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung.

Pachtpreise steigen um 47 Prozent

Auch die Pachten haben deutlich angezogen. Zwischen 2013 und 2023 stieg die durchschnittliche Ackerlandpacht um rund 47 Prozent von 277 auf 407 Euro je Hektar. Besonders hohe Pachten werden in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern erzielt. Rund 60 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland sind gepachtet.

„Bei den derzeit hohen Kaufpreisen für Ackerland ist es für viele Landwirte wirtschaftlich sinnvoller, zusätzliche Flächen zu pachten, statt sie zu kaufen“, sagt Eckbrecht von Grone, Head of Land & Forst bei Colliers.

Parallel setzt sich die Konzentration in der Landwirtschaft fort. Zwischen 2010 und 2025 sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um rund 15 Prozent, während die bewirtschaftete Fläche nahezu konstant blieb. Betriebe mit mindestens 100 Hektar machen inzwischen rund 15 Prozent aller Betriebe aus, bewirtschaften jedoch mehr als 64 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Erneuerbare Energien erhöhen den Flächenwettbewerb

Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten durch Photovoltaik und Windenergie verstärken den Wettbewerb um geeignete Grundstücke. Laut Colliers werden für Photovoltaik-Freiflächenanlagen je nach Standort und planungsrechtlichen Voraussetzungen jährliche Pachten zwischen 3.000 und 4.500 Euro je Hektar erzielt. Bei Windenergieanlagen liegen die Pachten häufig zwischen 50.000 und 100.000 Euro je Anlage und Jahr.

Damit eröffnen sich Flächeneigentümern zusätzliche Ertragsperspektiven jenseits der klassischen landwirtschaftlichen Nutzung. Für Investoren bleiben neben der regionalen Preisentwicklung insbesondere die Bodenqualität, die Ertragsfähigkeit und die langfristigen Nutzungsmöglichkeiten entscheidende Faktoren bei der Bewertung von Agrarflächen.

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zuletzt editiert am 20. Oktober 2026
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