Wie Brownfields wieder zu wertvollen Flächen werden. CRENET-Spezial mit Anselm Elsbroek und Michael Buchholz.
Brachflächen gelten schnell als Problemfälle: Altlasten im Boden, komplizierte Genehmigungen, hohe Kosten und jahrelange Entwicklungszeiten. Doch gerade Brownfields können für Unternehmen und Städte eine enorme Ressource sein.
In dieser CRENET Spezial Folge des imTalk spricht André Eberhard mit Michael Buchholz, Geschäftsführer der nerra GmbH, und Anselm Elsbroek , Vorstand CRENET Deutschland e.V. und Sachverständiger für Boden und Grundwasserverunreinigungen, darüber, wie aus ehemaligen Bahn, Gewerbe und Industrieflächen wieder funktionierende Standorte werden.
Michael Buchholz plädiert dabei für einen pragmatischen Umgang mit vermeintlichen Problemflächen: Nicht jede Altlast müsse vollständig beseitigt werden. Entscheidend sei, Risiken zu kennen, Nutzung und Sanierung zusammenzudenken und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln. Sein Credo: „Es gibt nie Schwarz und Weiß, sondern es gibt immer auch Mittelwege.“
Anselm Elsbroek richtet den Blick insbesondere auf Unternehmen, die nicht mehr benötigte Standorte verkaufen wollen. Sein Rat: Risiken frühzeitig untersuchen und offenlegen. Denn je schlechter eine Transaktion vorbereitet ist, desto länger dauert es, bis Risiken verteilt und ein Eigentumsübergang möglich werden.
In dieser Folge geht es unter anderem um:
• Warum Brownfields eine große Chance für die Stadtentwicklung sind und neue Flächen auf der grünen Wiese ersetzen können.
• Weshalb Altlasten nicht automatisch bedeuten, dass eine Fläche wirtschaftlich nicht entwickelt werden kann.
• Wie Bodenbelastungen, Grundwasser, Bodendenkmäler, Lärmschutz, Nutzungskonzepte und Wirtschaftlichkeit zusammenspielen.
• Warum Brownfield Entwicklungen trotz aller Beschleunigungsversuche Zeit brauchen und welche Rolle Verwaltung und Politik dabei spielen.
• Welche Fehler Industrieunternehmen beim Verkauf nicht mehr benötigter Standorte machen und warum Transparenz über vorhandene Risiken entscheidend ist.
• Warum ein Grundstück nicht einfach mit der Nutzung entwickelt werden sollte, die kurzfristig den höchsten Erlös verspricht. Buchholz fordert stattdessen eine realistische Analyse von Markt, Kommune und langfristiger Nachfrage.
• Weshalb Gebäude und Quartiere langfristiger gedacht werden müssen und Drittverwendungsfähigkeit zunehmend über ihren Wert entscheidet.
• Wie Kommunen, Entwickler und Unternehmen schneller zu gemeinsamen Lösungen kommen können.
• Warum Buchholz trotz aller Risiken überzeugt ist, dass sich mit professioneller Grundstücksentwicklung weiterhin gutes Geld verdienen lässt.
• Und warum Brownfield Entwicklung am Ende vor allem eines braucht: mehr Gemeinsamkeit, transparente Kommunikation und Entscheidungen, die auch langfristig tragen.
Zu Gast:
Michael Buchholz Geschäftsführer, nerra GmbH
Anselm Elsbroek, Vorstand, CRENET Deutschland e.V. Sachverständiger für Boden und Grundwasserverunreinigungen
Moderation: André Eberhard, Chefredakteur immobilienmanager
Eine CRENET Spezial Folge des imTalk, dem Podcast des immobilienmanager.
