Eine beeindruckende Ansicht des modernen, geschwungenen Bürogebäudes Dreischeibenhaus in Düsseldorf an einem sonnigen Tag mit blauem Himmel.
Unternehmenssitz (Quelle: 12.18.)

Unternehmen & Köpfe 2026-08-14T13:23:23.416Z 12.18. Investment Management meldet Insolvenz

12.18. Investment Management geht in Eigenverwaltung. Der Düsseldorfer Hotelinvestor will Beteiligungen und Finanzierungen neu ordnen.

Die Düsseldorfer 12.18. Investment Management GmbH hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Auslöser sind Liquiditätsprobleme, nachdem geplante Teilverkäufe nicht rechtzeitig umgesetzt werden konnten. Das Verfahren trifft auf eine Unternehmensgruppe, die in den vergangenen Jahren mehrfach umgebaut wurde und mit Luxusresorts auf Ibiza, Sardinien, Sylt und in Schottland einen bemerkenswerten Expansionskurs verfolgt hatte.

Die 12.18. Investment Management GmbH hat beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht ordnete daraufhin die vorläufige Eigenverwaltung an. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Jens M. Schmidt bestellt. Geschäftsführer Uwe Drangmeister wird im Verfahren von KebekusPartner beraten.

Betroffen ist nach Angaben des Unternehmens ausschließlich die 12.18. Investment Management GmbH mit derzeit fünf Beschäftigten. Die operativen Gesellschaften der Gruppe seien rechtlich eigenständig und nicht Teil des Verfahrens. Deren Geschäftsbetrieb soll regulär weiterlaufen.

Als Ursache nennt 12.18. vor allem fehlende Liquidität. In einem schwierigen Marktumfeld sei es nicht gelungen, die für den Geschäftsbetrieb erforderlichen Mittel rechtzeitig über Teilverkäufe zu realisieren. Im Eigenverwaltungsverfahren sollen nun Beteiligungen, Finanzierungsstrukturen und weitere Handlungsoptionen überprüft werden.

„Die Eigenverwaltung schafft den rechtlichen Rahmen, um die bestehenden Strukturen geordnet zu überprüfen und die erforderlichen Entscheidungen zu treffen. Im Mittelpunkt steht dabei der bestmögliche Erhalt vorhandener Werte“, sagt Geschäftsführer Uwe Drangmeister.

Vom Hotelinvestor zum internationalen ResortentwicklerHinter der heutigen Situation steht eine bemerkenswerte Unternehmensgeschichte. Die Wurzeln der 12.18. Group reichen nach Unternehmensangaben bis 2006 zurück. Geprägt wurde die Gruppe von Jörg Lindner und Kai Richter. Der ungewöhnliche Name erklärt sich aus deren Nachnamen: L ist der zwölfte, R der 18. Buchstabe des Alphabets. Richter beteiligte sich 2013 über seine Mediinvest Development GmbH zu 50 Prozent am Unternehmen, 2016 erfolgte die Umfirmierung in 12.18. Investment Management.

Das Geschäftsmodell ging dabei deutlich über den klassischen Ankauf von Hotels hinaus. 12.18. wollte touristische Immobilien identifizieren, entwickeln, repositionieren und teilweise selbst betreiben. Development, Asset Management, Hospitality Management und Vermarktung wurden dafür innerhalb der Gruppe gebündelt.

Eine der ersten großen Transaktionen war die Übernahme des Hotel und Sportresorts Fleesensee in Mecklenburg Vorpommern. Es entwickelte sich zu einem der zentralen Standorte der Gruppe. Dazu gehören beziehungsweise gehörten unter anderem das Schloss Hotel Fleesensee, das BEECH Resort und weitere Freizeitangebote.

Danach wurde der Expansionskurs deutlich internationaler.

7Pines sollte zur internationalen Luxusmarke werdenZum Aushängeschild wurde das 7Pines Resort Ibiza. Rund um das Luxusresort entwickelte 12.18. zeitweise deutlich größere Ambitionen. 2019 kündigte die Gruppe gemeinsam mit Kempinski den Aufbau der Marke 7Pines Kempinski an. Damals war von 500 Millionen Euro Investitionskapital und bis zu 20 weiteren Hotels und Resorts die Rede. Gleichzeitig hatte 12.18. das San Carlos Hotel in New York erworben, das nach einer Renovierung ebenfalls unter der neuen Marke betrieben werden sollte.

Auch auf Sardinien expandierte die Gruppe. Das 7Pines Resort Sardinia nahe der Costa Smeralda eröffnete 2022. Das Fünf Sterne Resort liegt auf einem rund 15 Hektar großen Areal und umfasst neben dem Hotel Gastronomie, Spa, Privatstrand und den Cone Club. 2023 feierte 12.18. dort noch das Grand Opening mit rund 350 Gästen.

In Großbritannien gehört Schloss Roxburghe in den Scottish Borders zu den bekannten Projekten der Gruppe. Das historische Anwesen wurde zu einem Luxusresort mit Golfplatz und Spa weiterentwickelt. Das Hotel verfügt heute über 78 Zimmer und Suiten.

Hinzu kamen Aktivitäten in Deutschland. Auf Sylt übernahm 12.18. 2018 zunächst den Alten Gasthof in List und im selben Jahr das traditionsreiche Hotel Stadt Hamburg in Westerland. Mit dessen Erwerb war das Portfolio nach damaligen Unternehmensangaben auf 17 Objekte angewachsen.

Die Unternehmenswebsite führt aktuell unter anderem das Schloss Hotel Fleesensee, den Cone Club Sardinia, das Top Hotel Hochgurgl in Tirol, Schloss Roxburghe sowie das 7Pines Resort Ibiza und die 7Pines Grand Villas auf. 12.18. beziffert das Gesamtvolumen der Investments in Hotel und Freizeitimmobilien dort mit rund 550 Millionen Euro.

Die Gruppe wurde bereits zuvor umgebautDass sich die Strukturen bei 12.18. verändern, zeichnet sich allerdings schon länger ab.

Ein einschneidendes Ereignis war der Tod von Mitgründer Kai Richter im April 2020. Jörg Lindner führte die Gruppe anschließend weiter. 2022 kam Uwe Drangmeister als CFO in die Geschäftsführung. Damals beschäftigte 12.18. nach eigenen Angaben noch 45 Mitarbeiter am Düsseldorfer Hauptsitz und mehr als 1.000 Menschen weltweit.

Seitdem hat sich die Führungsstruktur deutlich verändert. Jörg Lindner schied laut Handelsregisterinformationen im Juni 2025 als Geschäftsführer der 12.18. Investment Management GmbH aus. Er wird von 12.18. heute als Gründer und Gesellschafter geführt. Die operative Leitung der Investment Management liegt bei Uwe Drangmeister.

Auch auf Ebene einzelner Gesellschaften gab es Veränderungen. Bei der 12.18. Hospitality Management GmbH wurde Anfang 2026 die Liquidation eingetragen, ebenso bei der 12.18. Ibiza Management GmbH. Das bedeutet nicht, dass die entsprechenden Hotels ihren Betrieb eingestellt haben, zeigt aber den bereits laufenden gesellschaftsrechtlichen Umbau innerhalb der Gruppe.

Vor diesem Hintergrund ist der Antrag auf Eigenverwaltung der Investment Management GmbH ein weiterer und deutlich größerer Schritt der Neuordnung.

Jetzt geht es um Beteiligungen und FinanzierungEntscheidend wird nun sein, welche Beteiligungen und Vermögenswerte innerhalb der Investment Management GmbH liegen und wie deren Finanzierung strukturiert ist. Gerade bei Hotel und Resortimmobilien treffen derzeit höhere Finanzierungskosten auf einen deutlich selektiveren Transaktionsmarkt. Geplante Verkäufe können dadurch länger dauern oder nicht zu den ursprünglich kalkulierten Preisen umgesetzt werden.

Genau dieses Problem benennt 12.18. selbst: Die benötigte Liquidität konnte nicht rechtzeitig durch Teilverkäufe geschaffen werden.

Die Eigenverwaltung soll nun Zeit und rechtlichen Spielraum für eine Neuordnung schaffen. Geschäftsführer Drangmeister bleibt im Amt, während Sachwalter Schmidt das Verfahren im Interesse der Gläubiger überwacht.

Für Gäste, Kunden und Geschäftspartner der operativen Gesellschaften soll sich zunächst nichts ändern. Nach Angaben von 12.18. werden die Hotels, Resorts und übrigen operativen Aktivitäten regulär fortgeführt.

Aus dem Verfahren der vergleichsweise kleinen Investment Management GmbH könnte damit dennoch eine grundsätzliche Neuordnung der Gruppe hervorgehen. Denn geprüft werden sollen ausdrücklich nicht nur kurzfristige Liquiditätsmaßnahmen, sondern auch Beteiligungen, Finanzierungsstrukturen und die strategischen Handlungsoptionen des Unternehmens.

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zuletzt editiert am 14. August 2026
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