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Sun Jensch ist Geschäftsführerin des ZIA: "Im neuen Jahr möchten wir die Zahl der Teilnehmer verdoppeln." (Bild: IVD)

News 2020-02-18T00:00:00Z ZIA-Akademie wächst

Die Akademie des Zentralen Immobilien Ausschusses startet in ihr zweites Jahr. Für die neue Ausgabe von immobilienmanager haben wir ZIA-Geschäftsführerin Sun Jensch interviewt.

Frau Jensch, die ZIA-Akademie ist in ihr zweites Jahr gestartet. Welche Learnings nehmen Sie mit aus den ersten Monaten?

Sun Jensch : Unser Konzept mit Referenten aus der Praxis und in kleinen Gruppen zu arbeiten, ist aufgegangen. Auch das Raumkonzept mit modernen Workspaces und aktiver Einbindung der Teilnehmer hat sich bewährt, weil dabei Ideen entstehen und ein lebendiger Austausch möglich ist. Klassische Frontalvorträge haben wir vermieden. Seit Anfang Januar gibt es das neue Weiterbildungsprogramm der ZIA-Akademie. Darin finden sich einige Learnings, zum Beispiel in der Themenauswahl und den Workshopgrößen. Es hat sich auch bestätigt, dass die Kurse komprimiert stattfinden sollten, um die Teilnehmer möglichst nur kurz vom eigenen Schreibtisch fernzuhalten.

Gibt es Themen, die wider Erwarten schlecht angenommen wurden?

Sun Jensch : Wir hatten in unserem ersten Programm das Thema Energie vergleichsweise stark abgedeckt, was weniger Anklang gefunden hat als wir erwartet haben. Dafür waren Angebote zu Asset-Nischen wie Logistik- oder Hotelimmobilien sehr gefragt. Auch bei Mietrechtsthemen war der Andrang der Teilnehmer groß. Der Kurs zum Mietendeckel war zum Beispiel bei Pensionskassen und anderen institutionellen Investoren gefragt, weil sie abschätzen müssen, welche Auswirkungen auf sie zukommen können. Alle diese Erfahrungen sind in das neue Programm eingeflossen. Um allerdings zu entscheiden, welche Themen wir langfristig anbieten sollten, werden wir sicherlich drei Jahre Erfahrungen sammeln müssen.

Wie lässt sich das geringe Interesse an bestimmten – durchaus wichtigen Themen – erklären?

Sun Jensch : Pauschal lässt sich das nicht beantworten. An Themen aus dem Bereich Projektentwicklung mit einer großen potenziellen Zielgruppe herrschte zum Beispiel durchaus reges Interesse, aber die potenziellen Teilnehmer hatten dank voller Projektpipeline schlicht keine Zeit. Nischenthemen wie Geldwäscheprävention waren hingegen stark nachgefragt, weil wir hier ein tatsächlich einzigartiges Angebot gemacht haben, s gibt hierzu einfach kaum andere Angebote.

Wie setzt sich der Teilnehmerkreis der Kurse zusammen?

Sun Jensch: Das ist vom Thema abhängig. Kurse zu Human Resources und dem Führen von Mitarbeitern haben überwiegend Mitarbeiter aus dem Mittelmanagement belegt. Projektentwicklungs- oder auch Digitalisierungsthemen waren eher von Teilnehmern der Umsetzungsebene frequentiert. CEOs und Führungskräfte hatten größeres Interesse an strategischen Themen wie Innovationen oder auch Mietrecht. Wir bereiten außerdem gerade ein Angebot vor, mit dem wir speziell CEOs losgelöst von unseren Workshop-Formaten ansprechen möchten. Aber das müssen wir zunächst noch konzeptionell weiterentwickeln.

An welchen klassischen Angeboten arbeiten Sie für die Zukunft?

Sun Jensch: Wir haben zu unserem Glück eine sehr aktive Bundesregierung, die viele Gesetzesvorhaben und Regulierungen auf den Weg bringt. Das schafft Bedarf für ein entsprechendes Weiterbildungsangebot. Nehmen Sie nur die Grundsteuer, bei der sich im kommenden Halbjahr entscheiden wird, ob es in jedem Bundesland eine eigene Regelung geben wird. Bestandshalter, die in mehreren Bundesländern aktiv sind, müssen sich entsprechend weiterbilden. Auch die Novelle des Baugesetzbuches werden wir aufgreifen, wenn sie in der zweiten Jahreshälfte konkreter wird. Die WEG-Reform oder auch Ladesäulen-Infrastruktur könnten ebenfalls spannend sein.

Wie vielen Teilnehmer hatten Sie in Ihren Kursen?

Sun Jensch : Wir haben 38 Kurse angeboten und hatten insgesamt 260 Teilnehmer. Die Workshops haben wir dabei bewusst klein gehalten mit acht bis maximal 20 Personen. Kein Wunder also, dass wir mehrfach ausverkauft waren. Im neuen Jahr möchten wir die Zahl der Teilnehmer trotzdem sogar verdoppeln.

Das Interview führte Markus Gerharz für die immobilienmanager Ausgabe 3-2020.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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