Wegen der Corona-Pandemie stellen norddeutsche Wohnungsfirmen rund zehn Prozent aller für 2020 geplanten Investitionen zurück.
Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen Norddeutschlands haben in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie Investitionen in Höhe von rund 140 Millionen Euro zurückgestellt. Das seien rund zehn Prozent aller für 2020 geplanten Investitionen in den Neubau, die Instandhaltung und die Modernisierung, ergab eine Umfrage, die zwischen dem 27. Oktober und dem 6. November 2020 durchgeführt wurde.
Fast alle Unternehmen erwarten auch im kommenden Jahr eine deutliche Beeinträchtigung ihres Geschäftsbetriebs. Gut jedes zweite Unternehmen geht von einer Verzögerung seiner Bauvorhaben aus. Mehr als zwei Drittel der Betriebe beklagen Verzögerungen auf der kommunalen Ebene, beispielsweise bei der Schaffung von Baurecht, der Erteilung von Baugenehmigungen oder bei Bauabnahmen.
An der Umfrage beteiligen sich 119 Wohnungsgenossenschaften und am Gemeinwohl orientierten Wohnungsgesellschaften, die in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) organisiert sind.
42 Prozent der Unternehmen gehen für das kommenden Jahr von einer Verzögerung ihrer Bauvorhaben aus. Das sind in etwa genauso viele wie im Frühsommer (44 Prozent). 70 Prozent davon erwarten eine Verzögerung um bis zu drei Monate, 20 Prozent sogar um mehr als fünf Monate.
13 Prozent der Wohnungsunternehmen erwarten, dass sie im kommenden Jahr infolge der Corona-Pandemie bauliche Maßnahmen zurückstellen müssen. Dieser Wert ist im Vergleich zum Frühsommer gesunken. Seinerzeit hatten 23 Prozent eine entsprechende Sorge geäußert. Zurückgestellt würden insbesondere Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen.
Zugenommen hat die Sorge vor einer Störung der Lieferketten. 49 Prozent der Befragten befürchten für das Jahr 2021 entsprechende Probleme. Im Frühsommer lag dieser Wert noch 43 Prozent. In diesem Zusammenhang wächst die Befürchtung vor Störungen auf den Baustellen. Als besonders problematisch werden die Einhaltung von Corona-bedingten Sicherheitsregeln und behördlichen Vorgaben sowie die erschwerte Koordination der Gewerke empfunden.
Verstärkt hat sich ferner die Sorge davor, dass sich Arbeit der kommunalen Behörden infolge der Corona-Pandemie weiter verzögern. 59 Prozent der Befragten befürchten eine Zunahme; im Frühsommer waren es noch 39 Prozent. Vor allem die Schaffung von Planungsrecht und die Erteilung von Baugenehmigungen dürften künftig noch mehr Zeit in Anspruch nehmen, erwarten die Unternehmen.