Wohnungsmangel-DIW
Die Grafik zeigt: In allen deutschen Großstädten werden weniger Wohnungen gebaut als benötigt (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft)

Standorte & Märkte 2016-06-23T00:00:00Z Wohnungsmangel in deutschen Großstädten

Die Mieten für Wohnraum in Großstädten steigen weiter. Trotzdem werden weniger neue Wohnungen gebaut als benötigt. Das Problem ist bekannt. Ein Report des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt außerdem, dass zum Beispiel in Köln und Düsseldorf sogar die Baugenehmigungen rückläufig sind.

Erste Plätze sind nicht immer etwas Gutes. In Berlin dürfte man deshalb wenig begeistert über den Status als Spitzenreiter im neuesten Report des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) sein. Besagt er doch, dass nirgends sonst in Deutschland der Unterschied zwischen Baubedarf und Bautätigkeit so groß ist wie in der Hauptstadt. In den kommenden Jahren müssen dort rund 31.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden, wenn jährlich 500.000 weitere Flüchtlinge nach Deutschland einwandern. Gebaut wird aber nicht einmal ein Drittel.

Es fehlen Grundstücke für mehr Wohnraum
Allerdings sind die Zeugnisse für die anderen Großstädten auch nicht besser: München bräuchte rund 17.000 neue Wohnungen jährlich, Hamburg gut 15.000 und Köln 8.000. Allesamt reißen diese Zielvorgabe deutlich. Insgesamt müssen nach Berechnungen des IW in Deutschland bis 2020 rund 380.000 Wohnungen pro Jahr gebaut werden – tatsächlich sind 2015 aber nur 247.000 neue Wohnungen entstanden. Um gegenzusteuern, müsse die Politik weitere Bauflächen ausweisen und Genehmigungsverfahren beschleunigen, fordert IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Der Mangel an Wohnraum hat allerdings nicht alleine in der Flüchtlingswelle seinen Ursprung. Selbst wenn die Zuwanderung ab 2017 abrupt enden würde, reicht die Bautätigkeit nicht aus, rechnet das IW vor. Denn auch dann müssten insgesamt rund 310.000 Wohnungen pro Jahr entstehen, um vor allem den permanenten Zuzug von Studenten, Rentnern und Erwerbstätigen in die Großstädte zu meistern. Auf dem Land drohen dagegen Leerstände.

Köln und Düsseldorf : Baugenehmigungen sogar rückläufig
In fünf der untersuchten sieben Großstädte ist immerhin die Zahl der Baugenehmigungen 2015 höher als die Zahl der fertig gebauten Wohnungen im Jahr 2014. Nicht so in Köln und Düsseldorf: Hier gehen die Baugenehmigungen sogar zurück, sodass sich wohl vor allem hier die Lage am Wohnungsmarkt weiter verschärfen wird.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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