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Die Preise schnellen in die Höhe, die Zinsen rauchen in den Keller - trotzdem droht laut IW keine Immobilienblase (Foto: IW Köln)

Finanzierung 2017-01-12T00:00:00Z Wohnungskredite: Deutschland droht keine Immobilienblase

Trotz Billigzinsen und anhaltendeme Preisanstieg in den Ballungsräumen, sieht das IW Köln keine Gefahr für eine Immobilienblase. Eine Risikoprüfung für die deutsche Wohnimmobilienfinanzierung.

Historisch niedrige Zinsen, stetig steigende Preise für Wohnimmobilien in Ballungsräumen und eine große Bereitschaft der Deutschen, ihren Haus- oder Wohnungskauf mit einem Kredit zu finanzieren. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Dieses Umfeld ruft immer wieder Mahner auf den Plan, die eine Immobilienblase oder eine Kreditblase befürchten. Ihre Befürchtung: Durch die niedrigen Zinsen lassen sich etliche Käufer auf Finanzierungen ein, die sie auf lange Sicht nicht bedienen können. Zahlungsausfälle drohen und mit ihnen das Platzen einer Immobilienblase.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) kommt in einer aktuellen Studie nun zu dem Schluss, dass derzeit keine Immobilienblase oder Kreditblase droht. Insgesamt seien die Hypotheken – Kredite, die durch einen Grundbucheintrag besichert sind – in den vergangenen Jahren zwar angestiegen, aber langsamer als die durchschnittlichen Einkommen. „Die Haushalte sind also tendenziell immer geringer verschuldet“, erklärt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Die Unterschiede zu den USA
In Zeiten historisch niedriger Zinsen sichern sich viele Deutsche langfristige Kredite und investieren diese in Immobilien. Laut IW haben rund 44 Prozent aller 2016 vergebenen Kredite eine Zinsbindung von zehn Jahren. Darin zeige sich ein entscheidender Unterschied zu den USA, wo Immobilien vor allem als kurzfristige Spekulationsobjekte benutzt wurden.

Die deutschen Käufer planen laut der Untersuchung jedoch eine längerfristige Nutzung und verfügen über das nötige Geld. So lag das durchschnittliche Einkommen derjenigen, die in den Jahren 2012 bis 2014 von Mietern zu Eigentümern wurden, deutlich über dem Gesamtdurchschnitt – 2014 um rund elf Prozent. Zudem ist jeder fünfte Käufer Rentner – eine Klientel, die kaum noch finanzielle Sorgen hat und ungern spekuliert. „Kreditausfälle sind hier sehr unwahrscheinlich“, sagt Voigtländer.

Hauspreise wie in den 1980er Jahren
Da fallen auch die steigenden Immobilienpreise nicht stärker ins Gewicht. Zwar sind laut IW die realen Häuserpreise in Deutschland seit 2010 um 26 Prozent gestiegen. Damit liegen sie aber lediglich auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn der 1980er Jahre. 

Hier können Sie die ausführliche Untersuchung " Risikoprüfung für die deutsche Wohnimmobilienfinanzierung " durch das IW einsehen.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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