Ein Stapel Münzen und kleine Holzmodelle von Häusern, die mit einer Lupe betrachtet werden.
Laut CBRE verzeichnete der deutsche Immobilieninvestmentmarkt im Jahr 2024 ein Transaktionsvolumen von 34,3 Milliarden Euro – das entspricht einem Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. (Quelle: iStockphoto)

Standorte & Märkte 2025-01-08T09:18:48.124Z Wohninvestments treiben deutschen Immobilienmarkt an

Der Immobilieninvestmentmarkt zeigt Erholung: Wohninvestments und Portfoliotransaktionen führen den Aufschwung an, Renditen stabilisieren sich.

Der deutsche Immobilieninvestmentmarkt verzeichnete 2024 eine deutliche Erholung, getragen von steigenden Transaktionsvolumina, stabilen Renditen und einer Wiederbelebung in nahezu allen Assetklassen. Wohninvestments erwiesen sich dabei als stärkster Treiber, unterstützt durch Portfoliotransaktionen und eine wachsende Investorenbasis.

Wohnimmobilien dominieren

Mit einem Transaktionsvolumen von rund zehn Milliarden Euro (Colliers) stellten Wohnimmobilien 2024 die stärkste Assetklasse dar. BNP Paribas Real Estate berichtet von einem Zuwachs von 78 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während JLL ein Umsatzplus von 20,6 Prozent auf 9,83 Milliarden Euro meldet. Forward-Deals erlebten ein Comeback, getragen von einer gestiegenen Nachfrage nach neuwertigen Produkten und Projektentwicklungen. Besonders Portfoliotransaktionen trugen zum Jahresendspurt bei, darunter Verkäufe von Vonovia und Howoge in Berlin.

Grafik des Transaktionsmarkts für Wohnobjekte und -portfolios in Deutschland von 2019 bis Q4 2024, mit Transaktionsvolumen und gehandelten Einheiten.
Die Entwicklung des Transaktionsmarkts für Wohnobjekte und -portfolios nach Zahlen von JLL. (Quelle: JLL)

„Bemerkenswert ist vor allem die deutliche Marktbelebung im Bereich Residential. Dies spricht dafür, dass die Investoren die mittel- und langfristigen Perspektiven der deutschen Wohnungsmärkte weiterhin positiv einschätzen“, erläutert Marcus Zorn, CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland.

Erholung bei gewerblichen Immobilien

Gewerbeimmobilien erzielten 2024 ein Transaktionsvolumen von 24,4 Milliarden Euro (Savills), ein Plus von neun Prozent. Besonders Logistikimmobilien stachen mit 6,9 Milliarden Euro hervor (Savills, BNP Paribas Real Estate), während Einzelhandels- und Büroimmobilien ebenfalls Zugewinne verzeichneten. Laut CBRE stieg das Gesamtvolumen auf 34,3 Milliarden Euro, wobei die Top-7-Städte wie Berlin und München signifikant zulegten.

„Wir haben eine sehr dynamische Jahresendrally erlebt, die den Beginn eines neuen Zyklus am Investmentmarkt markiert“, kommentiert Kai Mende, CEO von CBRE in Deutschland.

Renditen stabilisieren sich

Die Spitzenrenditen blieben in den meisten Segmenten stabil oder erlebten erste Kompressionen. „Das nach 2021 gestartete Repricing im Core-Segment in allen Assetklassen ist mittlerweile abgeschlossen – und es gibt erste Anzeichen einer einsetzenden moderaten Renditekompression“, erklärt Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE.

Savills ergänzt, dass die Marktentwicklung von „robusten Vermietungsmärkten und einer hohen Nachfrage eigenkapitalstarker Investoren“ getragen wird. Die Spitzenrenditen für Wohnimmobilien sanken leicht auf durchschnittlich 3,58 Prozent (BNP Paribas Real Estate).

Die positive Dynamik dürfte sich 2025 fortsetzen. Laut CBRE ist ein Transaktionsvolumen von bis zu 40 Milliarden Euro möglich, getragen von attraktiveren Finanzierungskonditionen und einer stabilen Nachfrage. Die Assetklassen Wohnen und Logistik bleiben bevorzugte Anlageziele, während Büroimmobilien von einer konjunkturellen Erholung profitieren könnten. Der deutsche Markt bleibt international attraktiv, wie der steigende Anteil ausländischer Investoren zeigt (BNP Paribas Real Estate, Savills).

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zuletzt editiert am 08. Januar 2025