Immoblilien- beziehunsweise Mietpreise sind immer weniger erschwinglich - und das weltweit.
Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im vierten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 Prozent und im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,5 Prozent. Die Wachstumsdynamik hat nach Beobachtungen von F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH damit im Herbst 2018 in der Gesamtschau des deutschen Wohnimmobilienmarktes wieder an Fahrt gewonnen.
Preistreiber sind im langjährigen Trend die Eigentumswohnungen, aber insbesondere im Vergleich mehrerer Vorquartale auch die Ein- und Zweifamilienhäuser. „Die kräftige Nachfrage nach dem Baukindergeld, das insbesondere bei Gebrauchtimmobilien zum Tragen kommt, stabilisiert den Drang ins Wohneigentum zur Selbstnutzung offenbar auf hohem Niveau“, erklärte F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner. Ausweichbewegungen in die Verdichtungsräume oder sogar in den ländlichen Raum lassen in Folge auch dort die Preise zum Teil erheblich steigen.
Dies bestätigt auch die aktuelle Untersuchung von Project Investment. Demnach sind im vierten Quartal 2018 mit Ausnahme von Hamburg die Quadratmeterpreise für Neubaueigentumswohnungen in allen von untersuchten Metropolregionen weiter gestiegen. Die Spanne reicht von plus 0,2 Prozent im Stadtgebiet Köln bis zu plus 19,2 Prozent im Stadtgebiet Düsseldorf auf 6.568 Euro pro Quadratmeter. Hamburg indessen setzt seine Preisentwicklungspause auf hohem Kaufpreisniveau fort. Sowohl im Stadtgebiet als auch in der Metropolregion sind die Preise für Eigentumswohnungen im Geschosswohnungsbau leicht um minus 0,4 Prozent auf 5.808 Euro pro Quadratmeter im Stadtgebiet beziehungsweise 5.327 Euro pro Quadratmeter in der Metropolregion zurückgegangen.
Dass das Problem "bezahlbarer Wohnraum" bei weitem nicht nur Deutschland betrifft, belegt der Urban Futueres Report von Knight Frank. Nach Angaben der Researcher betrug 2018 der Abstand für bezahlbaren Wohnraum – gemessen an der Differenz zwischen Hauspreisen und Einkommen – weltweit geschätzte 740 Milliarden US-Dollar. Zu den Faktoren, welche die Erschwinglichkeit von Wohnraum auf der ganzen Welt beeinflussen, zählen:
• Schnelle Verstädterung: Nach Angaben der Vereinten Nationen lebten 55 Prozent der Weltbevölkerung 2017 in städtischen Gebieten, verglichen mit 42 Prozent vor 30 Jahren. Bis 2050 wird ein Anstieg auf 68 Prozent erwartet.
- Wohnen als Rohstoff: Seit der Finanzkrise haben sich Wohnimmobilien zu einem komplexen Investitionsvehikel entwickelt, das große Summen aus Fonds und Unternehmen anzieht.
- Politik: Die Notwendigkeit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, steht dem Wunsch von Regierungen gegenüber, staatliche Einnahmen zu erhöhen.
- Angebot: Regulatorische Beschränkungen sorgen für Probleme bei der Verfügbarkeit von Grundstücken.
„Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Diskrepanz zwischen Hauspreisen und Einkommen immer größer wird“, sagte Flora Harley, Senior Research Analyst bei Knight Frank. „In den 32 untersuchten Städten übertraf das durchschnittliche Wachstum der realen Immobilienpreise in den letzten fünf Jahren das durchschnittliche Wachstum des realen Einkommens um 16 Prozent.“ Zu den am wenigsten erschwinglichen Städten zählen zum Beispiel Amsterdam, Hongkong, Los Angeles und Sydney. In der Gruppe danach (zweitwenigsten erschwinglich) gesellt sich zu London, New York und Tokio auch Berlin.