Das Makler-Startup Homeday hat einen Preisanstieg in den 200 größten deutschen Städten um bis zu 19,4 Prozent im vergangenen Jahr erfasst. Sowohl Häuser als auch Eigentumswohnungen gewannen fast überall weiter an Wert.
Die Immobilienpreise in Deutschland haben auch im abgelaufenen Jahr vielerorts erheblich zugelegt. Dies zeigt eine aktuelle Auswertung des Maklerunternehmens Homeday für die 200 größten deutschen Städte. Demnach stiegen die
Preise für Häuser und Eigentumswohnungen
nicht nur in den sieben wichtigsten Immobilienmärkten – Berlin, Hamburg,
München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – zwischen 4,4 Prozent und 10,2 Prozent. Auch in zahlreichen anderen Groß- und Mittelstädten zeigt sich ein ähnliches Bild. Fast überall gewannen Immobilien im Verlauf des letzten Jahres weiter an Wert. In einzelnen Regionen liegen die ermittelten Zuwächse sogar deutlich über der Zehn-Prozent-Marke. Grundlage der aktuellen Untersuchung sind die bundesweiten Marktpreisdaten aus dem interaktiven Homeday-Preisatlas, der neben zehn Millionen konkreten Angebotsdaten der letzten fünf Jahre weitere 150 objektrelevante Merkmale in der Berechnung berücksichtigt.
Eigentumswohnungen: größte Preissprünge in ostdeutschen Städten
Die größten Preissprünge bei Häusern verzeichnen die Experten von Homeday in Görlitz, Halle (Saale) und Greifswald. Hier kletterten die Preise für die eigenen vier Wände zwischen Januar und Dezember 2018 – ausgehend von einem bislang sehr günstigen Preisniveau – zwischen 14,1 Prozent und 19,4 Prozent. Eine ähnlich hohe Dynamik zeigt sich auch in Kempten (Allgäu), Heilbronn, Leipzig, Baden-Baden, Neuss und Ratingen mit Anstiegen zwischen 11,0 Prozent und 12,9 Prozent. Die Top-7-Städte mit Ausnahme Berlins liegen mit Zuwächsen zwischen 4,7 Prozent in Hamburg und 7,4 Prozent in München im Mittelfeld. Mit einem Jahresplus von 10,2 Prozent gehört die Bundeshauptstadt hingegen zur erweiterten Spitzengruppe.
Auffällig: Insgesamt entwickelten sich die Teuerungsraten im Bereich der Eigentumswohnungen sehr unterschiedlich. Während die Preise in jeder zweiten Stadt um sechs Prozent oder mehr zulegten, betrug der Anstieg in einem Fünftel der Fälle weniger als drei Prozent. Mit Eschweiler, Cottbus und Halle (-0,8 Prozent bis -1,4 Prozent) verzeichneten lediglich drei Städte einen leichten Preisrückgang.
Mit durchschnittlichen Kosten von 7.110 Euro beziehungsweise 4.830 Euro je Quadratmeter werden die teuersten Eigentumswohnungen derzeit in München und Frankfurt am Main angeboten. Auch in Konstanz (4.440) und Freiburg (4.220) erzielen Verkäufer aktuell Höchstpreise. Mit Ingolstadt, Regensburg, Rosenheim, Tübingen, Landshut, Erlangen und Heidelberg (3.450 bis 3.980) liegen weitere süddeutsche Städte auf dem Niveau der großen Metropolen.
Häuser: hessische Städte mit höchsten Steigerungsraten
Insbesondere in Rüsselsheim am Main und in Hanau legten die Hauspreise kräftig zu. Mit Preissteigerungen von mehr als 14 Prozent führen die beiden hessischen Städte den Vergleich an. Deutlich mehr Geld als im Vorjahr verlangten Verkäufer auch in Peine, Herford, Dormagen, Flensburg, Bad Oeynhausen, Worms, Kempten (Allgäu) und Potsdam (10,2 Prozent bis 12,3 Prozent).
Wie bei den Eigentumswohnungen liegen die Top-7-Städte mit Steigerungsraten zwischen 4,4 Prozent in Köln und 8,0 Prozent in Hamburg im Mittelfeld. Insgesamt gehen die Entwicklungen der lokalen Hauspreise nicht soweit auseinander wie bei den Eigentumswohnungen. So bewegt sich der Preisanstieg in knapp der Hälfte der untersuchten Städte in einem Bereich zwischen drei und sechs Prozent. In fünf Prozent der Städte, vorrangig aus Nordrhein-Westfalen und den ostdeutschen Bundesländern, sanken die Hauspreise sogar leicht um 0,8 Prozent bis 2,7 Prozent, darunter in Euskirchen, Cottbus, Jena, Schwerin und Weimar.
Auch mit Blick auf den Hausverkauf erhalten Eigentümer in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Hessen das meiste Geld für ihre Immobilie. Neben München (7.060) nehmen hier Konstanz, Bad Homburg von der Höhe, Stuttgart, Ingolstadt, Frankfurt am Main, Rosenheim und Freiburg (3.960 bis 4.840) die vorderen Plätze ein.
Allgemeiner Abwärtstrend bislang nicht in Sicht
„Eine schnelle Abkühlung des Immobilienmarktes zeichnet sich bislang nicht ab”, erklärt Steffen Wicker, Gründer und Geschäftsführer von Homeday. „Weiterhin günstige Bauzinsen, eine starke Nachfrage und die zunehmende Verknappung an verfügbarem Wohnraum werden vielerorts auch die zukünftige Preisentwicklung bestimmen. Hinzu kommt das neue Baukindergeld, welches Käufern einen größeren finanziellen Spielraum beim Immobilienerwerb ermöglicht. Insgesamt wird die Preisschere zwischen attraktiven Standorten und ländlichen Regionen mit schlechter
infrastruktureller Anbindung aber weiter auseinander gehen”, so der Immobilien-Experte.
