Eine Universitätsvorlesung mit einem Professor, der an der Spitze des Raumes steht und mathematische Gleichungen erläutert, während Studenten aufmerksam zuhören und Notizen machen.
Wohnen für Studenten wird immer teurer. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2026-03-24T11:20:40.534Z WG-Mieten fürs Sommersemester 2026

Mieten für Wohngemeinschaften in Unistädten sind laut dem Empirica Index studentisches Wohnen seit Sommer 2021 um 83 Prozent gestiegen.

WG-Mieten in Unistädten wurden seit dem Sommer 2012 um 83 Prozent teurer (4,4 Prozent pro Jahr). Demgegenüber sind die Verbraucherpreise im selben Zeitraum nur um 33 Prozent gestiegen (2,1 Prozent pro Jahr), heißt es im aktuellen Empirica Index studentisches Wohnen für das Sommersemester 2026. Auf Basis von mehreren Tausend Mietinseraten für WG-Zimmer erstellt Empirica eine Übersicht, die jeweils zum Semesterbeginn Auskunft über die Mietpreise in diesem Segment gibt. Sie liefert für alle größeren Hochschulstandorte Deutschlands (über 120 Städte) Standardpreise (mittlerer 50-Prozent-Wert) sowie die Preisspanne der Warmmiete eines unmöblierten WG-Zimmers, das zwischen zehn und 30 Quadratmeter groß ist.

Zu Beginn des Sommersemester 2026 ist der Standardpreis für ein unmöbliertes WG-Zimmer mit 775 Euro in München am höchsten, gefolgt von Hamburg (649 Euro), Berlin (618 Euro), Köln und Frankfurt am Main (je 610 Euro) sowie Freiburg (600 Euro). Die günstigsten Angebote gibt es derzeit in Siegen (343 Euro) sowie in Greifswald (368 Euro). In den Hochschulstandorten insgesamt liegt der Standardpreis zum aktuellen Semester bei 524 Euro und somit 30 Prozent (5,4 Prozent pro Jahr) über dem Niveau aus dem Sommersemester 2021 beziehungsweise zwölf Euro höher als im Sommersemester 2025 (plus 2,3 Prozent pro Jahr).

Karte von Deutschland mit den WG-Mieten in Universitätsstädten im Sommersemester 2026, inklusive Top- und Flop-5-Städte.
Quelle: Empirica

Die Ursachen sind bekannt: Immer mehr wollen in Städten leben, am liebsten in den beliebten Schwarm- und Unistädten. Das Wohnungsangebot ist jedoch nicht gleichermaßen gestiegen. Insbesondere nicht in den begehrten innerstädtischen Quartieren. Die Gründe werden seit Jahren diskutiert, sie sind hausgemacht: Gesellschaftlich und politisch erwünschte Ziele verhindern kostengünstiges Bauen und die Ausweisung von Bauland. Das passiert nicht unbedingt mit Absicht, aber es ist das Ergebnis, kommentieren die Marktbeobachter von Empirica.

Was bleibt den Studierenden? Sie können dorthin ausweichen, wo das Wohnen noch „bezahlbar“ ist. Dazu zählen auf jeden Fall Greifswald und Siegen. In beiden Städten sind die WG-Mieten seit 2012 kaum schneller gestiegen als die Verbraucherpreise. Wer trotzdem lieber in München oder Berlin studieren will, hat das Nachsehen. Dort sind die WG-Mieten etwa dreimal schneller gestiegen als die Verbraucherpreise. Jeder hat die Wahl, resümieren die Empirica-Experten: Hausen in München für 775 Euro oder Leben in Siegen. Bei einem Budget von 1.000 Euro bleibt im auch sonst teuren München kaum was zum Leben übrig. In Siegen kann man dann noch für 657 Euro schlemmen (WG-Miete 343 Euro).

zuletzt editiert am 24. März 2026