Eine frontale Aufnahme eines modernen Bürogebäudes in London, das sich durch seine symmetrische Fassade aus hellem Stein und großflächigen Glaselementen auszeichnet, umgeben von grünen Bäumen und einem Bauzaun im Vordergrund.
Die Immobilie „1 Triton Square“ in London wurde bereits in den 1990er-Jahren mit Blick auf eine mögliche spätere Weiterentwicklung entworfen. (Quelle: Simon Kennedy)

2026-09-02T08:14:23.347Z Wann sich Re-use für Immobilien rechnet

Re-use kann Werte erhalten und Kosten senken. Martin Pauli von Arup erklärt, was es braucht, damit Wiederverwendung zum tragfähigen Business Case wird.

Re-use gilt als einer der vielversprechendsten Ansätze, um die Bauwirtschaft nachhaltiger zu machen. Dennoch bleibt die Praxis oft hinter den Möglichkeiten zurück. Zwischen ökologischem Potenzial und wirtschaftlicher Realität klafft bislang eine Lücke. Warum setzen sich wiederverwendete Bauteile noch nicht im großen Maßstab durch? Und was braucht es, damit aus Re-use ein tragfähiges Marktmodell wird?

Die Wiederverwendung von Bauteilen und Materialien („Re-use“) bezeichnet die systematische Weiterverwendung bestehender Komponenten in neuen Bauprojekten. Im Unterschied zum Recycling bleiben dabei Funktion, Qualität und der im Produkt gebundene Wert weitgehend erhalten. Während beim Recycling Materialien aufbereitet und häufig energieintensiv in neue Produkte überführt werden müssen, setzt Re-use früher an: Bauteile werden ausgebaut, geprüft und direkt wieder eingesetzt.

Für die Bauwirtschaft bietet dieser Ansatz erhebliches Potenzial. Re-use bietet die Chance, Primärrohstoffe einzusparen, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig bestehende Materialwerte länger im Umlauf zu halten. Darüber hinaus kann Re-use zur Stabilisierung von Lieferketten beitragen, indem stärker auf lokal verfügbare Materialien zurückgegriffen wird. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten, schwankender Rohstoffpreise und eingeschränkter Verfügbarkeiten gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Relevanz.

Trotz dieser Vorteile wird Re-use bislang oft nur punktuell und projektbezogen eingesetzt – häufig von besonders ambitionierten Bauherren und somit nicht flächendeckend. Das volle Potenzial von Re-use entfaltet sich jedoch erst dann, wenn es wirtschaftlich tragfähig ist. Aus einzelnen Anwendungen muss ein belastbarer Business Case werden...

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zuletzt editiert am 02. September 2026
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