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Vonovias Übernahmeangebot fand nicht die nötige Resonanz. (Bild: Vonovia SE) Quelle: Vonovia

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23. July 2021 | Teilen auf:

Vonovia vorerst gescheitert bei Deutsche-Wohnen-Deal

Weniger als 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktionäre sind zum Verkauf ihrer Papiere an Vonovia bereit.

Das öffentliche Übernahmeangebot der Vonovia SE für die Deutsche Wohnen SE hat zum Ende der Annahmefrist am 21. Juli 2021 nicht die notwendige Zustimmung der Aktionäre der Deutsche Wohnen erhalten. Nach Auszählung der bis etwa 17 Uhr am 21. Juli eingelieferten Aktien sind (unter Berücksichtigung der bereits von Vonovia gehaltenen Deutsche Wohnen Aktien) circa 47,62 Prozent der Deutsche Wohnen-Aktien angedient worden.

Damit ist eine wesentliche Vollzugsbedingung des Angebots nicht erfüllt worden. Wesentliche Teile des Aktionariats der Deutsche Wohnen sind aktuell Hedgefonds und darüber hinaus Indexfonds, die erst handeln dürfen, wenn die Mindestannahmequote erreicht ist und alle Vollzugsbedingungen erfüllt sind. Das endgültige Ergebnis wird voraussichtlich am 26. Juli 2021 veröffentlicht werden.

Rolf Buch, Vorsitzender des Vorstands der Vonovia: "Wir haben für unseren Vorschlag, die Deutsche Wohnen mit Vonovia zusammenzulegen, breite Unterstützung erfahren. Ein Zusammenschluss beider Unternehmen macht sowohl wirtschaftlich wie gesellschaftspolitisch viel Sinn, um die großen Herausforderungen am Wohnungsmarkt kraftvoller angehen zu können. Leider haben die jetzigen Aktionäre der Deutsche Wohnen ihre Anteile nicht ausreichend eingeliefert."

Vonovia ist weiterhin der Auffassung, dass ein Zusammenschluss mit der Deutsche Wohnen strategisch sinnvoll ist und Mehrwert für die Aktionäre beider Unternehmen schafft. "Wir werden die möglichen Optionen, wie zum Beispiel einen Verkauf der derzeit von Vonovia gehaltenen Aktien an der Deutsche Wohnen, ein erneutes öffentliches Angebot oder den Erwerb weiterer Aktien nun sorgfältig prüfen", so Rolf Buch.

Begrenzung der Mietpreissteigerung bis 2026

Im Zuge des öffentlichen Übernahmeangebots hatten Vonovia und Deutsche Wohnen bei einem Zusammenschluss dem Land Berlin ein umfängliches Angebot gemacht. Dieses sah eine Begrenzung der Mieterhöhungen, neue Wohnungen für Berlin insbesondere für junge Familien und das Angebot zur Übertragung von Wohnungen aus dem Bestand zum Ausbau des kommunalen Wohnungsbestands vor.

Rolf Buch: "Wir nehmen als Marktführer unsere gesellschaftliche Verantwortung und unsere Verlässlichkeit ernst. Daher werden wir unsere Gespräche mit dem Land Berlin - soweit das für uns allein möglich ist - auch ohne den Zusammenschluss mit der Deutsche Wohnen fortführen. Unsere Mieterinnen und Mieter können sich auf die angekündigte Begrenzung der Mietpreissteigerung bis 2026 verlassen. Auch die anderen Bestandteile des Angebots, den Neubau von Wohnungen und das Angebot an Berlin, Wohnungsbestände erwerben zu können, werden wir weiter mit den Verantwortlichen besprechen."