Beide Unternehmen haben bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet. Conwert soll börsennotiert bleiben und seine Zentrale weiter in Wien haben. Grünes Licht von Adler Real Estate.
Der Wohnungskonzern Vonovia bereitet die Übernahme der österreichischen Conwert Immobilien Invest SE vor. Hierzu hat der Vorstand der Vonovia SE zusammen mit dem Verwaltungsrat und den Geschäftsführenden Direktoren von Conwert ein sogenanntes Business Combination Agreement ("BCA") unterzeichnet.
Auf Grundlage dieser Vereinbarung beabsichtigt Vonovia, ein Angebot für die Übernahme sämtlicher Aktien von Conwert zu veröffentlichen. Vonovia plant, allen Conwert-Aktionären für je 149 Conwert-Aktien 74 Vonovia-Aktien anzubieten. Dies entspricht einem Gegenwert von 17,58 Euro je Conwert-Aktie, basierend auf dem Schlusskurs von Vonovia am Freitag, den 2. September 2016.
Aktientausch mit 23,8 Prozent Prämie angeboten
In Bezug auf den volumengewichteten durchschnittlichen Conwert-Börsenkurs der letzten sechs Monate von 14,20 EUR je Aktie beträgt die Prämie 23,8 Prozent. Alternativ plant Vonovia den Conwert-Aktionären eine in Österreich verpflichtende Barzahlung in Höhe von 16,16 Euro je Aktie anzubieten.
Vonovia würde beim Zusammenschluss seine Präsenz in Leipzig, Berlin, Potsdam und Dresden weiter ausbauen und das rein bundesdeutsche Portfolio um den Standort Wien ergänzen. Mit dem Angeobt könnte Vonovia-Chef Rolf Buch, mehr Erfolg haben, als bei der letztlich gescheiterten Übernahme der Deutsche Wohnen. Denn Dr. Alexander Proschofsky, Vorsitzender des Verwaltungsrats von Conwert, erklärte: "Ein Zusammenschluss mit Vonovia bietet unserer Ansicht nach eine sehr gute Gelegenheit, um Conwerts Potential unter einem neuen Dach weiterzuentwickeln. Vorbehaltlich der übernahmerechtlichen Prüfung planen wir, unseren Aktionären die Annahme des Angebots zu empfehlen." Proschofsky hat erklärt, dass er beabsichtigt, das Übernahmeangebot für die von ihm gehaltenen Conwert-Aktien anzunehmen.
Adler Real Estate würde mitziehen
Die Adler Real Estate AG, einer der größten Aktionäre von Conwert, hat sich verpflichtet, ihren gesamten Anteil im Rahmen des Umtauschangebots anzudienen (mindestens 26,2 Millionen Aktien, entspricht rund 26 Prozent des voll verwässerten Aktienkapitals). Conwert hat sich vorbehaltlich rechtlicher Prüfung verpflichtet, die vom Unternehmen gehaltenen eigenen Aktien anzudienen.
Bei einer erfolgreichen Übernahme wird Vonovia die Möglichkeit eingeräumt, den Verwaltungsrat neu zu besetzen. Vonovia wird die Mehrheit der Verwaltungsratsmitglieder nominieren und hat sich verpflichtet, dass auch die Minderheitsaktionäre im Verwaltungsrat adäquat vertreten sein werden. Insofern wird Vonovia die von der Conwert-Verwaltung zur Wahl vorgeschlagenen Kandidaten unterstützen, heißt es in der Presseerklärung. Sämtliche Verwaltungsratsmitglieder von Conwert haben erklärt, ihr Amt bei erfolgreicher Übernahme zur Verfügung zu stellen.
Vonovia bietet bundesweit rund 340.000 Wohnungen an, Conwert insgesamt rund 24.500 Wohnimmobilien, insbesondere in Leipzig und in Berlin, Potsdam und Dresden, sowie in Nordrhein-Westfalen. Die Zentrale von Conwert in Wien soll bei einer Übernahme erhalten bleiben. Die österreichischen Immobilienbestände werden unverändert von Conwert bewirtschaftet. Das Listing von Conwert an der Wiener Börse bleibt bestehen.
Der Vollzug des Übernahmeangebots wird vom Erreichen der gesetzlichen Mindestannahmeschwelle von 50 Porzent plus eine Aktie aller Conwert-Aktien abhängig sein. Einzelheiten der Angebotsunterlage werden voraussichtlich am 17. November 2016 veröffentlicht.
Im Zuge der Integration plant Vonovia operative Synergien in Höhe von mindestens sieben Millionen Euro pro Jahr, die bis Ende 2018 vollständig realisiert werden sollen. Durch die teilweise Refinanzierung von Conwert plant Vonovia Finanzsynergien in Höhe von fünf Millionen Euro, die im Geschäftsjahr 2017 vollständig realisiert werden sollen.
