News 2020-04-17T00:00:00Z Unterschiedliche Corona-Folgen bei Wohn- und Gewerbemieten

Vermieter von Gewerbeflächen verzeichnen zahlreiche Mietausfälle, bei Wohnen ist dies kaum der Fall.

19 Prozent der in einer Mitgleiderumfrage des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Befragten beklagen Mietausfälle im Gewerbebereich. Sie bezieht sich auf 230.000 Mietverhältnisse in Wohn-Segment und 16.000 Mietverhältnisse im Gewerbebereich. "70 Prozent der Mietausfälle stammen aus Verträgen mit dem Einzelhandel, Gastronomie und dem Hotelbereich. Hier ist in besonderem Maße staatliche Hilfe für Gewerbemieter und Vermieter erforderlich, etwa durch Ausfallbürgschaften für gestundete Mieten“, so Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. . In Bayern berichten 28 Prozent der befragten Unternehmen von ausbleibenden Zahlungen von Gewerbemieten, in Berlin 20 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 15 Prozent. „Bereits zwei Wochen nach der Schließung vieler Einzelhandelsgeschäfte am 17. März ist rechnerisch fast jede fünfte Gewerbemiete betroffen. Insofern begrüßen wir ausdrücklich die gerade beschlossene Lockerung und die baldige Öffnung der kleineren Geschäfte. Die schwierige Situation dieser Unternehmen wird sich auch auf die Inhaber und ihre Angestellten durchschlagen und letztendlich auch den Wohnbereich belasten", meint auch Axel-H. Wittlinger, Vorsitzender des Immobilienverbands Deutschland IVD Region Nord . "Insgesamt spüren wir aber gerade im privaten Bereich und bei den Kleinunternehmern ein hohes Maß an Bemühungen, ihren Mietzahlungen nachzukommen. Umso irritierender ist daher das Verhalten einzelner Großunternehmen und Filialketten."

Ein ganz anderes Bild zeigt sich auf dem Wohnungsmarkt. Nach einer Mitgliederumfrage der wohnungswirtschaftlichen Verbände im Hamburger Bündnis für das Wohnen – der BFW Landesverband Nord, der Grundeigentümer-Verband Hamburg, der IVD Nord sowie der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) sind in 2.490 Fällen die Wohnungsmieten als Folge der Corona-Pandemie ausgefallen. Das ist weniger als ein Prozent. Im Durchschnitt betrug die Höhe der ausgefallenen Miete pro Wohnung 704 Euro. Die Umfrage wurde online erhoben und lief bis zum 14.04.2020. Damit wurden die Aprilmieten bereits zum Großteil erfasst. Insgesamt flossen die Daten von 888 Hamburger Unternehmen sowie privaten Vermieterinnen und Vermietern ein. Sie beziehen sich auf 357.572 Wohnraummietverhältnisse und 11.072 Gewerbeeinheiten. Ähnliche Ergebnisse liefert die gleiche Befragung bei beim VNW Schleswig-Holstein. „Der geringe Anteil der Mietausfälle im Wohnbereich kann zum einen darauf zurückzuführen sein, dass die sozialen Sicherungssysteme greifen oder die Menschen noch genug finanzielle Rücklagen haben. Zum anderen bildet die Umfrage einen sehr frühen Zeitpunkt im Verlauf der Pandemie ab. Die Einkommenseinbußen schlagen erst ab Ende April voll durch. Insofern ist abzuwarten, wie sich die Mietausfälle in den kommenden Monaten entwickeln. Wirklich aussagekräftige Zahlen werden wir voraussichtlich im Mai oder Juni haben“, lautet die Einschätzung der wohnungswirtschaftlichen Verbände in Hamburg.



zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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