Luftaufnahme eines Stadtparks mit modernen Bürogebäuden im Vordergrund und einer Flusslandschaft auf der linken Seite.
Anfang 2025 wurde der Masterplan für den Tucherpark im Münchner Eisbachviertel vorgestellt. Andreas Rauch (Commerz Real) und Christian Meister (Hines) erläutern in ihrem Beitrag das Projekt als Best Practice im Umgang mit denkmalgeschütztem Bestand. (Quelle: Hines Immobilien GmbH / Commerz Real AG)

2026-01-26T09:04:04.711Z Tucherpark: Münchens Büroensemble wird neu gedacht

Zwischen Isar und Englischem Garten liegt ein Ort, an dem sich Münchens architektonische Nachkriegsgeschichte wie unter einem Brennglas verdichtet. Der Tucherpark, in den 1960er-Jahren vornehmlich von Sep Ruf als offenes Büroensemble im Grünen entworfen, verkörpert den Geist der Nachkriegsmoderne: das Vertrauen in Transparenz und Fortschritt. Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, wird dieses Ensemble behutsam in die Gegenwart übersetzt. Mit Respekt vor dem Vorhandenen und dem Mut, es in die Zukunft zu tragen. Von Andreas Rauch und Christian Meister

Als Sep Ruf Ende der 1960er-Jahre den Tucherpark plante, suchte München nach einem neuen Verhältnis von Stadt und Landschaft. Der Wiederaufbau war abgeschlossen, man blickte nach vorn – beflügelt vom wirtschaftlichen Aufschwung, aber auch von der Frage, wie sich Arbeiten und Leben neu organisieren ließen. Rufs Antwort war ein Ensemble, das sich bewusst vom geschlossenen Blockrand der Altstadt löste. Zwischen Pavillons, Wasserläufen und Bäumen entstand ein Miteinander aus Architektur und Natur.

Seine Bauten, leicht und rational zugleich, waren Ausdruck eines demokratischen Selbstverständnisses. Sie suchten Transparenz statt Monumentalität, Offenheit statt Repräsentation. Glas, Beton und Licht verbanden sich mit dem Grün des neuen Freiraums in direkter Nachbarschaft zum Englischen Garten zu einer Idee von Arbeit, die Teil der Stadt ist und doch als Büropark eine neue stadträumliche Typologie zeigte, deren Ziel ein  Gleichgewicht zwischen bebauter Umwelt und Natur verkörpern sollte. Eine Haltung, die heute wieder überraschend aktuell wirkt.

Die Herausforderungen der Transformation

Die denkmalgerechte Sanierung der als Einzeldenkmal geschützten Ruf- und Kiessler-Bauten verlangt eine präzise Balance zwischen historischem Anspruch und moderner Gebäudetechnik. Die Integration neuer Mobilitäts- und Energiekonzepte in ein Ensemble, das ursprünglich für eine völlig andere Zeit konzipiert wurde, erfordert planerische Disziplin und technische Kreativität. Und nicht zuletzt verlangt die Anpassung der Gebäudestrukturen an...

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zuletzt editiert am 26. Januar 2026