Vor allem mittelgroße und große Facility Manager setzen auf gebündelte Facility Services. Ein immer wichtigeres Thema im Facility Management ist außerdem der Personalmangel.
Im Facilty Management herrscht ein großer Trend vor: die Vergabe von gebündelten Facility Services. Hiervon profitieren insbesondere die mittelgroßen und großen Facility Manager. Der deutsche Markt folgt damit einer Entwicklung, die in den USA und Großbritannien, aber auch der Schweiz bereits weiter vorangeschritten ist. Das geht aus der Lünendonk-Studie " Facility-Service-Unternehmen in Deutschland " hervor.
Bei der Auftragsvergabe fragen Kunden zudem eine hohe Eigenleistungstiefe stärker nach. Unternehmen mit mehreren Standorten fragen zudem eine flächendeckende Betreuung durch ihre Facility Manager nach. Diese Entwicklungen tragen angesichts des Personalmangels zu einer schnelleren Marktkonsolidierung unter den Facility-Management-Unternehmen bei.
Die Strategien der großen Facilty Manager
Von der Nachfrage nach gebündelten Facility Services profitieren insbesondere die 25 führenden Facilty Manager. Sie sehen in einer Positionierung als Multidienstleister mit einem Angebot an Integrierten Services eine wichtige strategische Ausrichtung für die Zukunft. Die übrigen für die Studie befragten Unternehmen stimmen dieser These in deutlich geringerem Ausmaß zu.
Angebotene Services in Eigenleistung zu erbringen, wird zunehmend zum Vergabekriterium. Viele Kunden sehen Weitergaben an Nachunternehmen vermehrt kritisch. Gerade bei überregionalen und gebündelten Aufträgen sind verstärkt Bietergemeinschaften von Dienstleistern mit infrastrukturellem und technischem Leistungsschwerpunkt zu beobachten.
Trends im Facility Management
Personalmangel größte Herausforderung für Facility Management
Der Mangel an verfügbarem Personal beschränkt die Wachstumsmöglichkeiten der Dienstleister und wirkt sowohl hemmend für die Marktentwicklung als auch beschleunigend für die aktuelle Konsolidierung. Personal zu rekrutieren und zu binden, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor geworden. In jüngeren Übernahmen spielt daher die Möglichkeit, zusätzliches Personal zur Verfügung zu haben, eine wichtigere Rolle als in der Vergangenheit.
Der Mangel an Personal beschränkt sich nicht nur auf die Fach- und Führungskräfte, sondern ist in vielen Regionen Deutschlands auch beim Service-Personal zu spüren. Die Studienteilnehmer erwarten für die kommenden Jahre eine zusätzliche Verschärfung der Situation. Angesichts der oft nur kurzen Vorlaufzeit vor Auftragsbeginn haben die Schwierigkeiten bei der Rekrutierung bereits für viele Service-Provider das Preisniveau als größten Hinderungsfaktor abgelöst.
Thomas Ball, Consultant bei Lünendonk und Studienautor, kommentiert: „Die Mitarbeiter rücken angesichts des sich verändernden Marktumfelds weiter in den Mittelpunkt der Gebäudedienstleistungen. Die Herausforderung besteht daher darin, bei einem hohen Wettbewerbsdruck Mitarbeiter zu binden. Angesichts der steigenden Nachfrage nach gebündelten Services in Eigenleistung und damit komplexeren Aufträgen sinkt die Anzahl der infrage kommenden Anbieter. Mittelfristig könnte diese Entwicklung zu einer Entspannung des niedrigen Preisniveaus führen.“
