Die technologische Entwicklung und der Anlagedruck sorgen für mehr Transparenz auf den Immobilienmärkten. Deutschland erhält erstmals das Prädikat „sehr transparent“.
Warum eigentlich nicht mal eine Immobilie in Botswana? In der Türkei hat doch auch schon fast jede größere Investmentgesellschaft gekauft. Wenn man nach dem Transparancy Index von Jones Lang LaSalle (JLL) geht, empfiehlt sich das Investment in dem afrikanischen Land (Platz 41) sogar eher als jenes im EU-Anreiner Türkei (Platz 44). Beide Märkte sind damit als semi-transparent eingestuft – ebenso wie zum Beispiel Israel, Mexiko oder Luxemburg.
Insgesamt kommt die Transparenz auf den Immobilienmärkten voran. Zwei Drittel der 109 untersuchten Länder haben in den vergangenen zwei Jahren Fortschritte gemacht, so ein Ergebnis des neunten Global Real Estate Transparency Index (GRETI) 2016. Die zehn als sehr transparent eingestuften Märkte vereinen dabei 75 Prozent des globalen Immobilieninvestitionsvolumens auf sich. Mehr Transparenz also gleich mehr Investments.
Deutschland erstmals in den Top Ten
Mehr Transparenz herrscht auch in Deutschland, was dem hiesigen Markt erstmals einen Platz in den Top Ten mit dem Prädikat „sehr transparent“ beschert hat. Vorneweg dominieren wie gehabt Großbritannien, Australien, Kanada, USA und Frankreich.
Bei JLL rechnet man damit, dass sich die positive Gesamtentwicklung fortsetzen wird. Die aktuell 700 Milliarden US-Dollar-Investitionsvolumen werden innerhalb der nächsten zehn Jahre auf mehr als eine Billion US-Dollar anwachsen und die Investoren nach mehr Markttransparenz verlangen. Hinzu kommt die technologische Entwicklung, die der Motor für die Digitalisierung von Immobilien-Daten ist. Damit macht sie es möglich, dass diese Daten verbreitet und analysiert werden können. Verbesserte Datenerfassungs-Techniken ermöglichen eine feinere und aktuellere Bewertung von Immobilienmärkten.
Es entstehen „hyper transparente Immobilienmärkte
In Zukunft, so JLL, werde wohl eine neue Klasse der „hyper-transparenten“ Märkte entstehen, in den sensorisch erfasste Daten Eigentümer und Mieter über die Nutzung und Performance von Gebäuden informieren. Ohnehin werde es die Technologie manchen Märkten ermöglichen einzelne Transparenz-Stufen gleich ganz zu überspringen. Schon heute sei dies etwa in Kenia, Ghana und Ecuardor zu beobachten.
