Superreiche private Investoren sind weltweit für ein Viertel aller gewerblichen Immobilientransaktionen verantwortlich. Tendenz steigend. Damit werden sie zum wichtigen Marktfaktor.
Private Investoren werden zu einem immer wichtigeren Bestandteil im weltweiten Immobilienmarkt. Laut des „Active Capital Report“ des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Knight Frank waren 2016 bei 27 Prozent aller globalen Gewerbeimmobilientransaktionen private Investoren beteiligt. Generell ist ein Viertel des gesamten Privatvermögens in Immobilien investiert (nicht eingerechnet sind Erst- und Zweitwohnsitze). Damit handelt es sich um die höchsten Quoten seit Beginn der Aufzeichnungen.
Während die Bedeutung von Privatinvestoren wächst, verstehen institutionelle Investoren immer mehr, dass Privatinvestoren nicht nur eine der wichtigsten Käufergruppe sind, sondern dass sich deren Beweggründe für Investitionen maßgeblich von ihren eigenen unterscheiden. Denn einerseits konkurrieren sie miteinander in Ankaufsverhandlungen, andererseits wollen institutionelle Investoren Immobilien als Teil einer Exit-Strategie genau an diese Zielgruppe veräußern.
Immer mehr und immer reichere Reiche
Anthony Duggan, Head of Capital Markets Research, Knight Frank, sagt: „Wir gehen davon aus, dass Privatinvestoren weltweit weiterhin Marktanteile gewinnen werden, da sowohl die Zahl der vermögenden Einzelpersonen als auch ihr Vermögen im Speziellen zunimmt. Die Anzahl der sogenannten Ultra-High-Net-Worth Individuals (UHNWIs) – also jene, die über 30 Millionen US-Dollar an Nettovermögen verfügen – hat allein 2016 um 6.340 auf insgesamt 193.490 Personen zugenommen.“
Er erwartet, dass das Interesse von Privatinvestoren an Gewerbeimmobilien weiter wachsen wird. Der Active Capital Report zeige, dass in den nächsten zwei Jahren 32 Prozent der UHNWIs in in grenzüberschreitenden Transaktionen involviert sein werden.
Asiaten überholen US-Amerikaner
„Es zeichnet sich ab, dass Asien die USA in der Rangliste hinsichtlich der meisten vermögenden Privatpersonen abzulösen wird. Derzeit leben in Asien nur noch 27.020 vermögende Menschen weniger als in den USA, aber dieser Unterschied wird bis 2026 auf 7.068 gesunken sein. Auch wenn Nordamerika nicht mehr die Spitze der Wachstumskurve anführen wird und Wachstum in vielen anderen entwickelten Volkswirtschaften zunehmen, wird der nördliche Teil des amerikanischen Doppelkontinentes die größte Drehscheibe für Privatvermögende bleiben.“
Während China weiterhin eine Vorreiterrolle in Asien spielen wird, werden Vietnam, Sri Lanka und Indien einen deutlichen Zuwachs verzeichnen.
Einige Investmenttrends im Markt:
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Risikominimierung : Das Thema Risiko, insbesondere politisch und ökonomisch, wird 2017 weiterhin ein großer Stellenwert bei Investoren einnehmen. Privatpersonen streben eine Diversifizierung sowohl in ihrem Portfolio als auch geografisch an. Immobilien ermöglichen ihnen das Treffen zielorientierter Investmententscheidungen hinsichtlich des Ortes, der Assetklasse und der Mieter, sorgen für regelmäßige Einnahmen und stellen gleichzeitig ein Wirtschaftsgut mit Sachwert dar.
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Kontrolle : Eine Folge der weltweiten Finanzkrise war, dass viele Investoren nach mehr Kontrolle für ihre Anlagen streben. Immobilien mit ihrer unmittelbaren Eigentümerstruktur, ihren variablen Größen sowie der eigenen Wahl des Asset-Management-Ansatzes ist attraktiv für jene, die weder Drittparteien die Entscheidungen überlassen wollen, noch reduziert sein wollen auf Modelle von geschlossenen Fonds, die zu festgelegten Zeiten Transaktionen vornehmen und vorher noch ein Einvernehmen unter den Investoren erzielen müssen.
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Diversifikation bei den Währungen : Während Erträge aus dem Devisenhandel normalerweise kein Treiber für Immobilieninvestments sind, können Wechselkursschwankungen und Kapitalkontrollen ein Treiber für Investoren sein, um sich umzuschauen und Kapital aus den betroffenen Standorten abzuführen.
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Portfolio-Globalisierung : Viele UHNWIs haben, entweder einen Teilen ihres Portfolios direkt oder indirekt in Immobilien investiert und haben bei der Vermehrung ihres Vermögens bereits ihren Heimatmarkt ausgeschöpft und schauen nun nach neuen Märkten, um ihr Portfolio zu diversifizieren.
Die gefragtesten Märkte werden vorrangig jene sein, die über solide Fundamentaldaten verfügen, zu denen Mieternachfrage, Liquidität und Transparenz zählen. Strategische Investments gelten vermehrt auch den wachsenden Assetklassen wie Citylogistik, sowie Freizeit- und Spezialimmobilien, zu denen auch Studentenwohnungen und Mehrfamilienhäuser zählen.
