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Handelsvolumen nach Nutzung. (Bild: Savills, Q2-2020)

News 2020-07-06T00:00:00Z Supermärkte sind das neue Core im Handel

Handelsinvestmentmarkt Deutschland: Trotz Covid-19 und dank eines rekordstarken Auftaktquartals wurde das zweitstärkste erste Halbjahr nach 2015 erzielt. Wir haben eine Umfrage zur aktuellen Lage gestartet.

Das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Handelsinvestmentmarkt belief sich im zweiten Quartal 2020 auf 2,25 Milliarden Euro. Im bisherigen Jahresverlauf wurden damit knapp 7,4 Milliarden Euro umgesetzt – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und nach 2015 das zweitstärkste erste Halbjahr. Gemessen am Ergebnis des Gesamtgewerbemarktes in Deutschland zeichnete das Handelssegment für 25 Prozent des Volumens verantwortlich, womit dies nach Büroimmobilien weiterhin als bedeutendste Nutzungsart hervorgeht. Davon entfielen wiederum lediglich 29 Prozent auf Einzeltransaktionen, wobei es allein im 2. Quartal sogar nur 23 Prozent waren. Dementsprechend ist das Marktgeschehen vor allem von größeren Übernahmen, Beteiligungen und Portfolioverkäufen geprägt.  

Infolgedessen ist die durchschnittliche Transaktionsgröße in die Höhe geschnellt, die Anzahl ist mit 461 realisierten Abschlüssen in den vergangenen zwölf Monaten hingegen so niedrig wie seit Langem nicht mehr. Ausschlaggebend waren vor allem zwei große Portfoliotransaktionen im zweiten Quartal: Die Veräußerung der 17 Kaufhof-Immobilien von dem amerikanisch-deutschen Immobilieninvestors RFR an Apollo sowie der Verkauf von 120 Einzelhandelsimmobilien mit Lebensmittelschwerpunkt von TLG an X+Bricks.

Dies spiegelt sich auch in der Aufteilung des Handelsvolumens nach Anlageklassen wider: Während Supermärkte und Discounter mit über 2,3 Milliarden Euro mehr als 30 Prozent des Volumens im ersten Halbjahr 2020 ausmachten, folgten Warenhäuser mit rund 1,7 Milliarden Euro beziehungsweise einem Anteil von 23 Prozent. Fachmarktzentren waren für rund 17 Prozent des Einzelhandelstransaktionsvolumens (1,2 Mrd. Euro) verantwortlich und Geschäftshäuser rangierten mit rund eriner Milliarde Euro und 14 Prozent auf Platz 4.

„Lebensmitteleinzelhändler wie Super- und Verbrauchermärkte profitieren als neues Core-Produkt am Handelsinvestmentmarkt. Aufgrund ihrer Resilienz bewiesen sie auch während der Covid-19-Pandemie ihre Nachhaltigkeit und überzeugen Investoren damit als Asset der Stunde. Dementsprechend ist auch in Zukunft von einem sehr hohen Interesse auf Investorenseite bei geringem Angebot auszugehen“, sagt Jörg Krechky, Director und Head of Retail Investment Services Germany bei Savills.

Abseits des Lebensmitteleinzelhandels kam es aufgrund der Restriktionen zu erheblichen Umsatzausfällen, in deren Folge die Mietstundungen die Liquidität der Eigentümer erheblich einschränkte. Hieraus wiederum resultiert ein Folgedruck auf die Renditen. „Für Shopping Center gehen wir von einem Anstieg um 70 Basispunkte auf 5,0 Prozent aus. Eine konkrete Bestätigung in Form von Transaktionen ist zwar noch nicht vorzuweisen – nichtsdestotrotz zeichnet dieser Anstieg ein realistisches Bild vom aktuellen Risikoprofil dieser Assetklasse, insbesondere vor dem Hintergrund möglicher Mietausfallwahrscheinlichkeiten und Insolvenzen“, konstatiert Krechky. Bei Secondary Shopping Centern geht Savills sogar von 7,0 Prozent Spitzenrendite aus, Fachmarktzentren dürften moderat um 20 Basispunkte auf 4,1 Prozent zulegen.

Aufgrund der zeitlichen Verzögerung werden die gesamten Auswirkungen der Krise in den Marktzahlen noch nicht vollständig dargestellt, im dritten Quartal dürfte das Transaktionsvolumen dementsprechend verhalten ausfallen. Aktuell ist eine leichte Belebung des Transaktionsmarktes festzustellen – auch eine Folge der eingetretenen Lockerungen. „Bis zum Eintritt eines deutlich aktiven Marktgeschehens werden wir noch ein paar Monate brauchen“, schließt Krechky ab.

Wir haben eine Umfrage zum Thema Einzelhandel geschaltet: Welche Konsequenzen ziehen Immobilieninvestoren aus der aktuellen Lage? Welche Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen Sie jetzt? Wir freuen uns auf Ihre Meinung.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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