News 2020-11-11T00:00:00Z Studie: Off-Market-Segment wächst

Das Off-Market-Segment wird im Vergleich zu On-Market-Abschlüssen weiterhin wachsen und geht gestärkt aus der Corona-Rezession hervor - dies ist das Ergebnis einer von HPBA beauftragten Bulwiengesa-Umfrage bei institutionellen Investoren.

Fast 54 Prozent der Befragten rechnen mit einer Zunahme von Off-Market-Transaktionen, während nur 15 Prozent der Befragten Zuwächse bei On-Market-Modellen erwarten. Allerdings rechnen mehr als zwei Drittel aller Umfrageteilnehmer generell mit einem Abschwung auf den deutschen Immobilientransaktionsmärkten wegen der Corona-Krise.

"Die Off-Market-Studien der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Off-Market-Segment mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 40 Milliarden Euro kein Nischenmarkt ist", kommentiert John Amram , Geschäftsführer bei HPBA. "Dass dieses Marktsegment nun weiter wächst, zeigt, dass die Marktakteure Vorteile wie hohe Abschlusswahrscheinlichkeit, Vertraulichkeit oder auch einen geringeren Zeit- sowie Kostenaufwand im Vergleich zu Bieterverfahren sehr schätzen."

Höhere Abschlusswahrscheinlichkeit bei Off-Market-Transaktionen

Die Erfolgsquote von Off-Market-Transaktionen liegt im Schnitt 17 Prozentpunkte höher als bei On-Market-Transaktionen. Ein Viertel aller Transaktionen hat sogar eine Off-Market-Erfolgsquote von 100 Prozent. Der Anteil derer, die eine hundertprozentige Erfolgsquote haben, liegt Off-Market sogar doppelt so hoch wie On-Market. Das arithmetische Mittel liegt bei einer Erfolgsquote von 55 Prozent, somit ist mehr als jede zweite Off-Market-Transaktion erfolgreich. Bei On-Market-Verfahren ist dies nicht der Fall, dort führen nur rund 38 Prozent der verfolgten Transaktionen zum erfolgreichen Abschluss.

Notverkäufe erwartet

Mehr als 67 Prozent aller Befragten rechnen mit einer mäßigen bis starken Zunahme von Notverkäufen auf den Immobilientransaktionsmärkten, während rund ein Drittel davon ausgeht, dass sich keine Veränderung zeigt.

Professionelle Investorengruppen aus Deutschland dominieren Off-Market-Segment

Der überwiegende Teil des Kapitals im Off-Market-Segment speist sich aus inländischen Quellen. Zudem sind Off-Market-Transaktionen tief im professionell-institutionellen Markt verankert. Über die Hälfte aller Transaktionen wird von Projektentwicklern und Immobilienfonds durchgeführt. An dritter Stelle stehen Family Offices mit rund 14 Prozent, gefolgt von Versicherungen, Private-Equity-Investoren und Aktiengesellschaften.

Zehn Prozent der Marktakteure verkaufen ausschließlich off-market

Nachdem in den vorangegangenen zwei Studien allein die Marktdurchdringung von Off-Market- und On-Market-Transaktionen ermittelt wurde, zeigt die aktuelle Umfrage: Nur etwas mehr als drei Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten keine Off-Market-Ankäufe getätigt. Bei den Verkäufen lag dieser Wert bei mehr als einem Drittel. Somit zeigt sich, dass einige Akteure nach wie vor zögern oder durch die eigenen Compliance-Richtlinien gehindert werden. Rund zehn Prozent aller Befragten verkaufen jedoch inzwischen ausschließlich off-market.

Büroimmobilien sind wichtigste Assetklasse im Off-Market-Segment für Bestandsobjekte

Mit einem Anteil von beinahe 38 Prozent aller Verkäufe sind Büroimmobilien der stärkste Teilmarkt im Off-Market-Bereich, gefolgt von Wohnen mit rund 34 Prozent. Für die Verkäufe von Projektentwicklungen ist dieser Wert umgekehrt, dort führen Wohnimmobilien leicht vor Büroimmobilien.

Über die HPBA Off-Market-Studie

Die HPBA-Off-Market-Studie beleuchtet und vermisst den deutschen Markt für Off-Market-Transaktionen. Hierfür wurde erstmals 2017/2018 eine Befragung durchgeführt, die jährlich fortgeführt wird und somit als Grundlage für die „Messung des Off-Market-Segments“ dienen soll. Sowohl die Fragebögen als auch die Experteninterviews wurden nach wissenschaftlichen Standards der empirischen Sozialforschung ausgewertet und analysiert. Befragt wurden 1.140 CEOs, CIOs, Transaktionsmanager und Manager von klassischen institutionellen Investorengruppen wie Immobilienfonds, Versicherungen, Versorgungswerke oder Pensionskassen sowie Manager von Family Offices, Private-Equity-Investoren und weitere institutionelle Anlegergruppen. Die Teilnehmer der Umfrage repräsentieren rund 500 Milliarden Euro an Assets under Management.

Ziel der Studie ist es, die Größe des Off-Market-Segments auf dem deutschen Immobilienmarkt sowie die spezifischen Eigenschaften von Off-Market-Transaktionen zu analysieren. Zusätzlich wurde das aus institutionellen Immobilieninvestoren sowie Family Offices und Private-Equity-Investoren bestehende Panel nach den Vor- und Nachteilen im Vergleich zu konventionellen On-Market-Verfahren befragt.

Off-Market-Immobilientransaktionen erzielten 2018 ein Transaktionsvolumen von 40 bis 70 Milliarden Euro. Damit bestätigte die zweite HPBA Off-Market-Studie in Kooperation mit Bulwiengesa das Ergebnis von 2017/2018.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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