Zwei moderne Windkraftanlagen stehen in einer weitläufigen Landschaft mit grünem Feld im Vordergrund und blauem Himmel. Im Hintergrund fährt ein DHL-LKW auf einer Autobahn entlang.
Der Ausbau erneuerbarer Energieinfrastruktur eröffnet langfristige Investitionsperspektiven für Erzeugungsanlagen, Netze, Speicher und integrierte Versorgungslösungen. (Quelle: Pixabay)

Energie 2026-10-21T08:19:16.017Z Netzanschlüsse prägen Energieinvestments

Wüest Partner sieht Netzkapazitäten und Speicher als zentrale Faktoren für die Wirtschaftlichkeit von Wind- und Solarparks – mit Folgen für Immobilien.

Die Wirtschaftlichkeit von Energieprojekten hängt zunehmend von der verfügbaren Netzinfrastruktur und der flexiblen Vermarktung des erzeugten Stroms ab. Neben der Erzeugungsleistung und der Standortqualität gewinnen insbesondere Netzanschlusskapazitäten, Batteriespeicher und die Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch an Bedeutung. Das geht aus dem Marktbericht Erneuerbare Energien 2026/2027 von Wüest Partner hervor.

In den ersten drei Quartalen 2026 erreichten erneuerbare Energien laut Bericht einen Anteil von rund 64 Prozent an der deutschen Nettostromerzeugung. Mit dem weiteren Ausbau wächst allerdings auch der Druck auf die Stromnetze. Für Investoren und Projektentwickler werden verfügbare Anschlusskapazitäten damit zu einem wichtigen Kriterium bei der Standortwahl und Wirtschaftlichkeitsberechnung.

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Während der Ausbau der Photovoltaik voranschreitet, hält die Entwicklung der Netzinfrastruktur vielerorts nicht Schritt. Nach Angaben von Wüest Partner konnten 2025 aufgrund von Netzengpässen rund 9.400 Gigawattstunden erneuerbarer Strom nicht eingespeist werden. Das Redispatch-Volumen bei Photovoltaikanlagen stieg gegenüber dem Vorjahr um 94 Prozent.

Auch bei der Vergabe knapper Anschlusskapazitäten ändern sich die Rahmenbedingungen. Seit April 2026 stellen die Übertragungsnetzbetreiber die Vergabe für Batteriespeicher und große Stromverbraucher schrittweise vom bisherigen Windhundprinzip auf ein Reifegradverfahren um. Damit sollen Projekte stärker nach ihrer Umsetzungsreife und ihrem Nutzen für das Gesamtsystem priorisiert werden.

Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung

Neben den technischen Anschlussmöglichkeiten beeinflusst die Stromvermarktung zunehmend die Rentabilität von Wind- und Solarparks. Hohe Erzeugungsmengen führen nicht zwangsläufig zu entsprechenden Erlösen, da niedrige oder negative Strompreise in Zeiten hoher Einspeisung die Wirtschaftlichkeit belasten können.

Batteriespeicher ermöglichen es, überschüssigen Strom zwischenzuspeichern und zeitversetzt zu nutzen oder zu vermarkten. Insbesondere das Segment der Großspeicher gewinnt dabei an Bedeutung. Ob sich entsprechende Investitionen rechnen, hängt laut Wüest Partner unter anderem vom Standort, der technischen Auslegung und der Betriebsstrategie ab.

Für die Bewertung von Energieprojekten hat Wüest Partner zudem rund 50 Verkaufs- und Emissionsprospekte ausgewertet. Die daraus abgeleiteten Kennwerte zu Investitions-, Finanzierungs- und Betriebskosten sollen als Vergleichsgrundlage für Wirtschaftlichkeitsberechnungen dienen.

Energieinfrastruktur beeinflusst auch Immobilienwerte

Die Verfügbarkeit leistungsfähiger Netzanschlüsse wird zunehmend auch für die gewerbliche Immobilienwirtschaft relevant. Insbesondere bei Rechenzentren, Industrie- und Logistikimmobilien kann die Energieversorgung die Nutzbarkeit und Vermietbarkeit eines Standorts beeinflussen.

„Ein geeigneter Standort allein reicht nicht aus. Für die Bewertung müssen wir ebenso prüfen, ob die benötigte Netzkapazität verfügbar ist und wie sich Energieerzeugung und Verbrauch wirtschaftlich verbinden lassen“, sagt Thomas Lehmann, Head of Infrastructure Valuation bei Wüest Partner.

Gleichzeitig entwickeln sich Immobilien zunehmend selbst zu Standorten für die Erzeugung und Speicherung von Strom. Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme können dazu beitragen, Betriebskosten zu reduzieren und zusätzliche Erträge zu erschließen.

Auch regulatorisch nähern sich Immobilien- und Infrastrukturinvestments an. Das 2026 in Kraft getretene Standortfördergesetz erweitert die Möglichkeiten für Fonds, REITs und Immobilien-Sondervermögen, in Erneuerbare-Energien-Anlagen und Ladeinfrastruktur zu investieren.

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zuletzt editiert am 21. Oktober 2026
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