Für Investoren bleiben Studentenwohnungen auf absehbare Zeit ein gutes Geschäft. Denn die Mieten in den Studentenstädten steigen. Ein Miet-Ranking der Studentenstädte.
Für Studenten wird es in Deutschland immer schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden. Das zeigt der Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und der Deutschen Real Estate Funds (DREF) in Kooperation mit Immobilienscout 24. Die Mieten steigen rasant, weil zu wenige passende Wohnungen gebaut werden.
In München müssen Studenten besonders tief in die Tasche greifen. Eine typische Studentenwohnung – 30 Quadratmeter, Einbauküche und nah an der Uni – kostet dort inzwischen monatlich 634 Euro warm. Das sind 30 Prozent mehr als im Jahr 2010.

Noch stärker fällt der Anstieg mit 42 Prozent in Berlin aus. In der Hauptstadt werden allerdings nur 416 Euro Miete fällig. Am günstigsten leben Studenten in Leipzig mit 322 Euro Monatsmiete. Doch auch dort sind die Preise im Vergleich zu 2010 um 21 Prozent gestiegen.
Auffällig: In den vergangenen zwei Jahren haben die Mieten noch einmal stark angezogen – getrieben durch die steigende Nachfrage und trotz Mietpreisbremse. „Ausländische Fachkräfte und junge Berufstätige ziehen in die Städte und treiben die Preise“, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.
Und die Mieten steigen weiter, da nach wie vor zu wenige Wohnungen gebaut werden. In den 15 betrachteten Städten wurde zwischen 2011 und 2015 nur rund die Hälfte der benötigten Wohnungen errichtet – in Berlin, Stuttgart und München waren es nur 40 Prozent.
Besonders problematisch: In den Metropolen fehlt es an WG-tauglichen und bei Studenten beliebten Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Nur knapp ein Drittel der in diesem Segment nachgefragten Wohnungen wurde tatsächlich gebaut, in Bremen lag der Wert unter 20 Prozent.

Ein Ende der Preisspirale ist in den kommenden Jahren nicht zu erwarten, die Metropolen werden weiter wachsen. „Der Markt für Studentenwohnungen bleibt daher für Investoren attraktiv“, urteilt Felix Bauer, CEO von DREF. Damit aber die erforderlichen Wohnungen auch gebaut werden können, müssen nun die Städte vor allem mehr Bauland aktivieren und ausweisen.
WG-Zimmer 21 Prozent teurer
Auch Empirica untersucht regelmäßig die Entwicklung der Mietpreise für Studentenwohnungen. In der Tendenz kommen die Berliner zu einem ähnlichen Ergebnis. Allerdings legt Empirica 100.000 Mietinserate für WG-Zimmer zugrunde, die unmöbliert und zwischen zehn und 30 Quadratmeter groß sind. Ergebnis: In den letzten fünf Jahren sind die WG-Zimmer um 21 Prozent teurer geworden.
Zu Beginn des Sommersemesters 2017 ist der Standardpreis für ein unmöbliertes WG-Zimmer mit 500 Euro in München am höchsten, gefolgt von Stuttgart (450 Euro) und Frankfurt a.M. (438 Euro). Die günstigsten Angebote gibt es in Cottbus und Halle (je 240 Euro) sowie in Chemnitz (210 Euro). Die günstigste westdeutsche Uni-Stadt ist Hildesheim (250 Euro).