Arbeiten trotz Corona-Pandemie? Auf Frankreichs Baustellen gibt es Konflikte, Genf macht alle Baustellen zu – und Deutschland?
Gewerkschaften gegen Regierung: In Frankreich nehmen die Konflikte um die Frage zu, ob auf den Baustellen im Land weiter gearbeitet werden soll. Innenminister Christophe Castaner forderte alle, die im Freien arbeiten, dazu auf, dies auch weiterhin zu tun, trotz der Ausgangssperre im Land.
„Arbeit einstellen“ lautet dagegen die Forderung der Gewerkschaften angesichts der Corona-Pandemie. Die Versorgung mit Baumaterial sei unsicher, die Beschäftigten wollten ihre Gesundheit schützen, und auch von ihren Auftraggebern kämen widersprüchliche Signale.
Im schweizer Kanton Genf werden ab dem morgigen Freitag alle Baustellen dichtgemacht. Wer seine Leute trotz der offiziellen Anordnung weiterarbeiten lässt, riskiert Geldbußen bis zu 300.000 Euro. Ausnahmen sollen aber möglich sein.
IG Bau: "Stabilitätsanker der Konjunktur"
In Deutschland betont die Gewerkschaft IG Bau, dass sich die Baubranche als Stabilitätsanker der Konjunktur erweise. Sie pocht dennoch auf Änderungen, zum Beispiel bei der Praxis, Kollegen in Kleinbussen gemeinsam auf Baustelle zu fahren. „Wir fordern, dass ab sofort jeder mit dem eigenen PKW fahren kann und ihm dafür die entsprechenden Kilometerpauschalen gezahlt werden. Wo keine Versorgung mit fließend Wasser besteht, müssen zum regelmäßigen Händewaschen und -desinfizieren Wassercontainer und Desinfektionsmittel aufgestellt werden. Statt engen Baucontainern brauchen wir Unterstände für die Pausen unter freiem Himmel mit ausreichend Platz.“ Etwaige Lohn-Ausfälle in Folge der Pandemiepläne seien vom jeweiligen Arbeitgeber zu tragen.