Chart zum Mieter- und Investorenindex
Die RICS-Indizes der Mieter- und Investorenstimmung in Europa von 2008 bis 2022 (Quelle: RICS)

Standorte & Märkte

10. May 2022 | Teilen auf:

Stimmung auf meisten Immobilienmärkten besser als in Deutschland

RICS-Befragung zeigt: Der internationale Trend ist positiv, aber in Deutschland fällt die Stimmung von Investoren und Mietern.

Die Ergebnisse des RICS Global Commercial Property Monitor (GCPM) für das erste Quartal 2022* zeigen, dass sich weltweit die Stimmung in der Immobilienbranche zu Beginn dieses Jahres weiter verbessert hat. Positive Trends zeigen sich vor allem in Nord- und Südamerika.

Für Europa zeigen die Ergebnisse des GCPM im ersten Quartal 2022 eine leichte Verbesserung der Stimmung auf aggregierter Ebene. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Ländern. Zudem werden von den Teilnehmern Besorgnisse zu den Auswirkungen des Ukraine-Krieges, sowie ein allgemeiner makroökonomischer Gegenwind genannt, auch wenn diese bisher das Nachfragewachstum nicht beeinflusst haben.

Auf Länderebene verzeichnet die überwiegende Mehrheit der europäischen Märkte positive Werte für den Commercial Property Sentiment Index (CPSI). Kroatien weist mit +26 das dritte Quartal in Folge den stärksten CPSI-Wert auf, Tschechien (+25) und Griechenland (+24) folgen und lassen ebenfalls eine solide Marktdynamik erkennen. In allen Fällen übersteigt die Nachfrage das Angebot per Saldo. 14 der 18 untersuchten Länder verzeichneten eine Verbesserung der CPSI-Werte im Quartalsvergleich, wobei Bulgarien (+1 von -9), Großbritannien (+17 von +8), Polen (+14 von -9) und Spanien (+15 von +7) einen deutlichen Anstieg sahen. Im Gegensatz dazu verzeichnen Deutschland (-1 von +2), die Schweiz (-2 von -5) und Italien (-2 von 0) negative Werte.

Eine der auffälligsten Entwicklungen der aktuellen Erhebung ist, dass in zahlreichen Märkten eine verstärkte Nutzernachfrage nach Büroflächen zu verzeichnen ist. Auf gesamteuropäischer Ebene gab ein Nettosaldo von +20 Prozent der Befragten einen Anstieg der Mieternachfrage im gesamten Bürosektor an, gegenüber +10 Prozent im vierten Quartal. Besonders die Befragten in Kroatien, Polen, Portugal, Griechenland und Spanien gaben eine starke Beschleunigung der Nutzernachfrage an.

Der Commercial Property Sentiment Index für Deutschland liegt im ersten Quartal wieder im negativen Bereich bei -1, während er im Vorquartal bei +2 war. Rund 67 Prozent der Befragten ordnen die Bundesrepublik auf dem Höhepunkt bzw. im Aufschwung des Zyklus ein.

Die Investorenstimmung fällt von +9 im vierten Quartal 2021 auf +5 im ersten Quartal dieses Jahres. Die Mieterstimmung bleibt im negativen Bereich und sinkt auf -7 (Q4: -5). Die Investorennachfrage über alle Assetklassen steigt allerdings auf ein Nettosaldo von +13 (Q4: +7 %). Im Bereich Büroimmobilien wird ein Nettosaldo von +23 % verzeichnet (Q4: +19 %), bei Industrieimmobilien sinkt dieser Wert leicht von +49 % auf +44 %, während bei Einzelhandelsimmobilien das Nettosaldo zwar immer noch im negativen verharrt, aber von -47 % auf -29 % steigt.

Deutschland als Immobilieninvestitionsstandort wird weiterhin als teuer (55 Prozent) und sehr teuer (28 Prozent) bewertet (Q4: 56 Prozent beziehungsweise 30 Prozent). Deutschland steht damit nach Luxemburg und Österreich im weltweiten Vergleich der Länder, die ihren Standort als teuer ansehen, auf Platz 3, es folgen die Schweiz und Israel.

Die Befragung fand vom 9. März bis zum 11. April 2022 statt.

zuletzt editiert am 10.05.2022