Weil die Mutterbank Nord LB hohe Verluste im Schiffsgeschäft angehäuft hat, könnte die lukrative Immobilienbank Deutsche Hypo verkauft werden.
Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung und des Handelsblatts könnte die Deutsche Hypo bald einen neuen Eigentümer haben. Die lukrative Immobilienbank gehört zur Norddeutschen Landesbank (Nord LB) und ist mit einer Bilanzsumme von rund 25 Milliarden Euro eine der größten Hypothekenbanken in Deutschland .
Den Berichten zufolge hat die Mutterbank Nord LB im Geschäft mit Schiffsfinanzierungen wiederholt hohe Verluste eingefahren - im Vorjahr insgesamt ein Minus von zwei Milliarden Euro. Deshalb hat sich das Institut ein Sanierungsprogramm mit dem Namen "One Bank" verpasst, in dessen Zuge auch der Verkauf von Tochtergesellschaften geprüft wird. Die Deutsche Hypo mit ihrem lukrativen Immobiliengeschäft könnte sich da besonders anbieten. Das Handelsblatt zitiert einen Vertreter der Nord LB mit den Worten: „derzeit ist es nicht möglich, Aussagen zu einzelnen Tochtergesellschaften zu treffen."
Bis Ende 2020 will die Nord LB den Plänen zufolge seine Kosten um bis zu 200 Millionen Euro reduzieren. Jede fünfte Stelle im Bankenkonzern steht auf der Kippe (1.250 Arbeitsplätze). Heute gab die Nord LB aktuelle Zahlen zur Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2017 bekannt. Demnach konnte sie ein Nachsteuer-Ergebnis in Höhe von 214 Millionen Euro erwirtschaften - im Vorjahr stand noch ein Minus von 107 Millionen Euro zu Buche. „Wir sind gut ins neue Jahr gestartet. Mit diesem Ergebnis haben wir den ersten Schritt für unser Ziel gemacht, auch für das Gesamtjahr einen Gewinn zu erwirtschaften“, sagte Thomas Bürkle, Vorstandsvorsitzender der Bank.
Die Deutsche Hypo selbst konnte 2016 ihr Neugeschäftsvolumen um über elf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro steigern.
