Der 'Assiduus ESG - Urban Office I' ist der erste deutsche Bürofonds nach Artikel 9. (Bild: Pixabay)
Der "Assiduus ESG - Urban Office I" ist der erste deutsche Bürofonds nach Artikel 9. (Bild: Pixabay)

Investment

04. November 2021 | Teilen auf:

Start für ersten ESG-Artikel-9-Bürofonds in Deutschland

Assiduus legt den ersten von der BaFin genehmigten Artikel-9-Impactfonds auf, der in Büroimmobilien investiert.

Der Fonds „Assiduus ESG - Urban Office I“ ist ein offener Immobilien-Spezial-AIF. Das Konzept sieht vor, Büroneubauprojekte beziehungsweise Bestandsobjekte zur Revitalisierung zu erwerben, die Baumaßnahmen zu begleiten und die Objekte dann im Bestand zu halten. Zur Umsetzung und für das Assetmanagement hat die Assiduus einen eigenen ESG-Standard entwickelt.

Der Fonds verfügt über ein Start-Portfolio von drei Immobilienprojekten in Berlin, Frankfurt am Main und Potsdam. Er erfüllt ökologische Ziele in Bezug auf den Nachhaltigkeitsfaktor „Umwelt”, so dass die Anforderungen an einen Artikel-9- beziehungsweise Impact-Fonds gemäß der Offenlegungsverordnung eingehalten werden. In Summe beläuft sich das bereits akquirierte Entwicklungsvolumen auf 280 Millionen Euro, das Zielfondsvolumen liegt bei circa 400 Million Euro. Aufgrund der Bauaktivitäten fällt der Fonds in die Risikoklasse Value-Add-to-Core. Die Anleger tragen jedoch kein volles Projektentwicklungsrisiko, da der Fonds erst nach Erteilung des Baurechts investiert.

Goesta Ritschewald (Bild: Benjamin Pritzkuleit)

„Wir sind sehr stolz darauf, zu den Pionieren bei ESG-konformen Impact-Immobilienfonds zu gehören“, kommentiert Goesta Ritschewald, Geschäftsführer und Partner bei der Assiduus Vermögensverwaltungs GmbH. „Unsere Fondskriterien sind so konzipiert, dass sie auch an die absehbare Erweiterung der Regulierung angepasst werden können.“

Alexander Happ, Geschäftsführer und Partner bei Assiduus Development, ergänzt: „Ich bin überzeugt davon, dass die ESG-Konformität von Immobilien langfristig die Voraussetzung für die Werthaltigkeit ist. Belegbare Nachhaltigkeit gewinnt immer mehr an Relevanz für den Werterhalt der Objekte.“

Drei Projekte in Potsdam, Berlin und Frankfurt am Main bereits angebunden

Die bereits feststehenden Investments mit einem Volumen von 280 Millionen Euro verteilen sich auf drei Projekte: In Potsdam investiert der Fonds in eine Quartiersentwicklung in zentraler Lage. Es handelt sich dabei überwiegend um Büroflächen, die durch die Nutzungsarten Einzelhandel, Veranstaltung und Wohnen ergänzt werden. Ein großer Teil davon wird preisgedämpft an die Kreativwirtschaft wie Künstler, Musiker und Bildungseinrichtungen vermietet.

In Berlin hat der Fonds eine Bestandsimmobilie aus den 1960er Jahren erworben. Diese wird umfassend modernisiert, aufgestockt und durch Neubauten in Holzbauweise erweitert.

Das dritte Investment befindet sich in zentraler Lage in Frankfurt am Main. Hier investiert der Fonds in das umfassende Refurbishment eines Bestandsgebäudes aus den 1970er Jahren. Die bestehenden Büroetagen werden entkernt.

Allen drei Projekten ist gemein, dass die Gebäude nach Fertigstellung CO2-neutral sein sollen. Die Vermietung soll sich objektspezifisch an sozialen Kriterien orientieren. Neben dem Ausschluss bestimmter Branchen gehört die Zertifizierung nach dem WELL Building Standard dazu. Des Weiteren werden bei allen drei Objekten die verwendeten Baumaterialien im Materialienkataster „Madaster“ erfasst. Dies erlaubt die Wiederverwertung beziehungsweise Recycling der Baumaterialien und erfüllt so Cradle-to-cradle-Kriterien. Schließlich soll der nachhaltige Baustoff Holz bei allen Projekten eine wichtige Rolle spielen.

zuletzt editiert am 11.11.2021