News 2020-09-24T00:00:00Z Stabiles Wohnen, volatiler Einzelhandel

Deutsche Wohnimmobilienmärkte unbeeindruckt von Pandemie, Nahversorger lohnen sich auch als Investmentobjekte.

Die deutschen Wohnimmobilienmärkte sowie ausgewählte Segmente des Einzelhandelsimmobilienmarktes bieten Investoren und Immobilienfondsma-nagern auch unter dem Einfluss der Coronapandemie vergleichsweise renditestarke Invest-mentmöglichkeiten. Dabei erfordern sie jedoch ein selektives Vorgehen und stellen zuneh-mend höhere Anforderungen an die Managementkompetenz. Diese Ansicht vertreten Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter der Bulwiengesa AG, und Susanne Klaußner, Geschäftsführerin und Gesellschafterin der DIR Deutsche Investment Retail.

Andreas Schulten konstatierte für die deutschen Wohnimmobilienmärkte ein hohes Maß an Stabilität, das insbesondere auf den marktstützenden Effekt der vielerorts nur geringen Bautätigkeit in den vergangenen Jahren zurückzuführen sei.Den größten Wohnungsbedarf registriert Bulwiengesa aktuell in Berlin und dem Berliner Umland, Teilen Nordwestdeutschlands, im Rhein-Main-Gebiet sowie in Oberbayern und Baden-Württemberg.

Am Einzelhandelsimmobilienmarkt sieht Bulwiengesa typische High-Street- und Shoppingcenter-Formate derzeit mit hohen Umsatzverlusten konfrontiert, während Do-it-yourself-Märkte und der Lebensmitteleinzelhandel die beiden Bereiche des stationären Einzelhandels seien, die auch in der Coronakrise signifikante Umsatzzuwächse erzielen konnten.

Susanne Klaußner analysierte die aktuellen Entwicklungen und künftigen Trends im stationären Lebensmitteleinzelhandel. Dort seien die Umsätze in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf zuletzt 125,3 Milliarden Euro (2019) gewachsen. Zum Teil resultierten die Umsatzzuwächse auch aus der Ausweitung des Convenience-Angebots, welches höhere Gewinnspannen erlaube. Einer der Hauptgründe für die Stabilität der stationären Nahversorger liege in der hohen Versorgungsdichte in Deutschland. In keinem anderen Einzelhandelssegment sei die kurzfristige und nahezu jederzeitige Verfügbarkeit so ausgeprägt wie im Lebensmitteleinzelhandel. Daher sei der Onlinehandel für die stationäre Grundversorgung keine Konkurrenz.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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