Visualisierung der neuen Parkstadt Mülheim. Quelle: StudioVlayStreeruwitz/Plansinn Planung
Der Siegerentwurf für die Parkstadt Mülheim sieht unter anderem einen großen und prägnanten See als erste Adresse für die Nachbarschaft und die neuen Nutzer vor. Quelle: StudioVlayStreeruwitz/Plansinn Planung

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08. October 2021 | Teilen auf:

Soravia startet Entwicklung der Parkstadt Mülheim

Im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs wurde über die Zukunft des Areals der Parkstadt Mülheim entschieden. Die Aufwertung des gesamten Areals erfolgt durch Soravia.

Das Team bestehend aus dem Wiener Architekturbüro StudioVlayStreeruwitz und dem Landschaftsplanungsbüro Plansinn hat den von Soravia und der Stadt Mülheim an der Ruhr initiierten Wettbewerb zur umfassenden Neugestaltung der Parkstadt Mülheim gewonnen. Das Konzept des Architekturbüros bildet die Grundlage für die Entwicklung des historischen Industrieareals durch den Projektentwickler Soravia hin zu einem modernen, klimaresilienten und belebten Stadtteil. Sechs Monate lang hatten zehn namhafte Architektenteams aus ganz Europa im Rahmen eines kooperativen Verfahrens den möglichen Städtebau der Parkstadt Mülheim erarbeitet. Die finalen Ergebnisse wurden nun einer hochkarätig besetzten Jury präsentiert.

Den Vorsitz der Jury hatte dabei der renommierte Architekt und Stadtplaner Professor Kunibert Wachten inne. Er hebt die Qualitätsmerkmale des Gewinners hervor: „Mit einem großen See vor dem historischen Tengelmann-Gebäude gelingt es von Anfang an, dem Standort eine unverwechselbare Note und Qualität zu verleihen. In Kombination mit den an den See angrenzenden vorhandenen Grünflächen entsteht ein großzügiger Park. Die Neubebauung rückt vom Bestandsgebäude respektvoll ab und nimmt an seinen Rändern die Gebäudehöhen der Nachbarschaft auf.“

Unterstützt wurden die Architektenteams bei der Aufstellung ihrer Konzepte jeweils von mehreren Mobilitätsexperten und Landschaftsarchitekten. Politik und Stadtgesellschaft wurden während des gesamten Prozesses in alle Planungen einbezogen. Die Betreuung des kooperativen Verfahrens erfolgte durch Faltin + Sattler.

Bernd Vlay, Partner des StudioVlayStreeruwitz, erklärt zum Ausgang des Wettbewerbs: „Wir freuen uns sehr, dass unser Vorschlag für die Neugestaltung des Areals mit einem großen Park- und Seeanteil als neue Visitenkarte der Parkstadt bei der Jury so großen Anklang gefunden hat. Gleichzeitig sind wir uns der Größe der Aufgabe bewusst, welche uns heute anvertraut wurde. Mit unserem umfassenden Konzept zur Neugestaltung wollen wir dem Projekt neue Strahlkraft über die Grenzen der Stadt Mülheim hinaus verleihen.“  

Der einstimmig gekürte Siegerentwurf sieht unter anderem einen großen und prägnanten See als erste Adresse für die Nachbarschaft und die neuen Nutzer vor. Ziel ist die Schaffung eines lebendigen und klimaresilienten Stadtteils innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre, welcher Wohnen, Gewerbe, Bildungs- und Freizeitangebote in sich vereint. Der Nutzungsschwerpunkt liegt im Falle des Siegerentwurfs auf dem Bereich Wohnen.

Die Parkstadt Mülheim stellt darüber hinaus ein ideales Umfeld für die Vernetzung von etablierten Unternehmen und Start-ups bereit. Bereits kurz nach der Übernahme des Areals durch Soravia im Mai 2020 wurden erste Renovierungen an den Bestandsgebäuden durchgeführt. Außerdem wurde das Quartier mit neuen Gewerbenutzern und Gastronomie belebt. 18.000 Quadratmeter neu vermietete Büro- und Gewerbefläche innerhalb der vergangenen zwölf Monate zeigen, dass dieser Ansatz eine sehr hohe Attraktivität aufweist. Für neue Gewerbemieter stehen noch etwa 47.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Im Zentrum des früheren Industrieareals werden neue Wohnungen entstehen – unter anderem auch Studentenapartments.

Das Augenmerk liegt beim Entwurf von StudioVlayStreeruwitz/PlanSinn auf der Bewahrung der bereits jetzt einzigartigen Campusatmosphäre und auf dem Erhalt der 27.000 Quadratmeter umfassenden Parkfläche inklusive des historischen Baumbestands. Zusätzliche Durchwegung, neue Wasserflächen und einladende Gastronomie sollen den weiterhin öffentlich zugänglichen Park zum echten Begegnungsort für kreativen Austausch werden lassen. Auch die notwendige soziale Infrastruktur wurde im aktuellen Bebauungskonzept mitgedacht: Neben der geplanten Kindertagesstätte ist auch der Neubau einer Schule mit bis zu 17.000 Quadratmetern möglich, sofern dies von der Stadt gewünscht wird. Auch die am Standort ansässige Hochschule Ruhr West (HRW) hat die Möglichkeit, ihre Räumlichkeiten künftig zu erweitern.