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Das Wirtschaftsmagazin Baustoffmarkt hat das Meinungsbild zu neuen Bauweisen in Deutschland beleuchtet (Bild: RM Rudolf Müller/immobilienmanager)

News 2020-01-23T00:00:00Z Seriell, modular, leicht - Zukunft Bau?

Eine Studie untersucht die Marktbedeutung und die Anwendungsfelder des seriellen Bauens in Deutschland.

Fehlende Wohnungen, zunehmender Fachkräftemangel im Baugewerbe und Zeitdruck auf Deutschlands Baustellen – vor diesem Hintergrund machen kurze Montagezeiten auf der Baustelle, Planbarkeit sowie eine geprüfte Ausführung die Vorfertigung im Werk, das serielle Bauen oder den Einsatz leichter Bausysteme zur Nachverdichtung im urbanen Raum immer interessanter. Zugleich stellt sich die Frage, wie es um das Thema neue Bauweisen in Deutschland tatsächlich bestellt ist.
Antworten auf diese Frage gibt eine Studie des Wirtschaftsmagazins Baustoffmarkt mit Unterstützung der Messe Nordbau, die den aktuellen Wissensstand und das Meinungsbild der beteiligten Gruppen zu neuen Bauweisen in Deutschland beleuchtet.
Die Untersuchung basiert auf einer qualitativen und quantitativen Befragung mit über 200 Teilnehmern entlang der Prozesskette Bau von Architekten und Planern über die Baustoffindustrie bis hin zum Baustoff-Fachhandel. Baudatenbankrecherchen ergänzen die Befragungsergebnisse.

Beim Geschosswohnungsbau nicht angekommen
Die Marktforscher kommen zu dem Ergebnis, dass das serielle Bauen im Sinne von überwiegend industrieller Vorfertigung und Montage inklusive Endausbau auf der Baustelle durchaus schon eine beachtliche Marktstellung erreicht hat. Wesentliche Bereiche sind der Bau von Gebäuden mit nur einer Wohnung (klassisches Fertighaus) und im Nichtwohnungsbau beispielsweise der Hallenbau und Gebäude zur temporären Nutzung wie etwa Wohnheime, Schulerweiterungen und Kitas. Im Geschosswohnungsbau mit mehreren Wohnungen pro Gebäude ist das serielle Bauen im engeren Sinne (industrielle Vorfertigung) noch nicht wirklich angekommen. Zudem soll serielles Bauen gerade dort helfen, die Bautätigkeit zu beschleunigen, wo die aktuelle Wohnungsnot am größten ist: in den urbanen, großstädtischen Regionen.
Hier hat man es häufig aber mit Nachverdichtung zu tun, mit nicht ideal zugeschnittenen Grundstücken, mit Nachbarn links und rechts, mit Ansprüchen und Wünschen der Behörden und der Öffentlichkeit. Deshalb hat hier nach Meinung der Bauexperten der Leichtbau die Nase vorne. Der Idealfall des großen, freien Baufeldes ist eigentlich nur noch bei neu ausgewiesenen Neubaugebieten gegeben und besonders für Flächenstaaten interessant. Einzelne Bauunternehmen spezialisieren sich und treiben das Thema voran. Die öffentliche Hand ist verbal aktiv, es fehlen aber Resultate.

Modular bringt Kostensicherheit
Modulares Bauen hat einen steigenden Stellenwert auch im Geschosswohnungsbau. Industriell vorgefertigte Deckenelemente, Wandelemente, Balkone, Fassaden sind von den Baustellen nicht mehr wegzudenken. Diese 2D-Module sind häufig schon Standard. Weiterentwicklungen wie großflächige Ziegelelemente und ähnliches beschleunigen den Baufortschritt weiter. Modulares Bauen wird von den Experten daher als mindestens gleichwertige Alternative zum klassischen „Stein auf Stein“ betrachtet. Ob modulares Bauen am Ende Kosten spart, ist offen. Einig sind sich die Experten aber, dass es Kostensicherheit bietet und Kostensteigerungen begrenzen kann. Vor diesem Hintergrund kann modulares Bauen helfen, Baulücken zu schließen, allerdings nur, wenn auch die Organisation der Baustelle und die Logistik angepasst sind.
Modulares Bauen ist auch ein Thema für Bestandsimmobilen insbesondere mit Blick auf das Thema Aufstockungen und bildet daher einen fließenden Übergang zum Leichtbau, der in erster Linie als Lösung für die Nachverdichtung im urbanen Raum betrachtet wird. Im Leichtbau liegt der Trockenbau nach Meinung der Experten aktuell vorne. Gute Chancen werden aber auch der Holzmodulbauweise eingeräumt.

Wohin geht die Reise?
Neue Bauweisen können helfen, den Wohnbedarf bei gleichzeitig anhaltenden Kapazitätsengpässen zu decken. Allerdings bedarf es dazu einer intensiven und lösungsorientierten Beschäftigung der Player in der Baubranche. Damit steht das Thema neue Bauweisen für Deutschland erst am Anfang der Entwicklung, aber der Trend zur Urbanisierung forciert es aufgrund der Wohnraumverknappung in den Ballungsräumen.
Nach Meinung der Bauexperten lässt sich aktuell nur schwer sagen, wohin sich das Thema entwickelt, da die Kenntnisstände in der Bauwelt noch zu unterschiedlich sind und entsprechende Treiber fehlen. Unsicherheiten wohin die Reise geht, überwiegen daher noch.

Die Marktforschungsstudie „Modular, seriell, leicht: Zukunft Bau“ können Sie hier erwerben: www.baufachmedien.de

Dieser Artikel stammt aus der immobilienmanager Ausgabe 12-2019 (Autor: Thorsten Schmidt).

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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