Ein langer Gang mit mehreren orangefarbenen Lagertüren in einem Lagerhaus.
Selfstorage ist eine gute Lösung, wenn zum Beispiel Dachböden und Keller zu Wohnflächen ausgebaut werden und damit Stauraum wegfällt. (Quelle: Shutterstock)

Investment 2025-02-17T07:52:19.864Z Investmentpotenzial von Selfstorage-Flächen

Wohnflächen werden kleiner, Unternehmen lagern Akten und Mobiliar aus: All dies erhöht die Nachfrage nach Lagerflächen. Von Marcel Holka

Möbel, Kleidung, Krimskrams – es kann schwerfallen, sich von Dingen zu trennen, die uns für lange Zeit begleitet haben. Doch wohin mit dem, was im Alltag keinen Platz mehr findet? Selfstorage kann hier eine Lösung sein. Und eine bislang wenig beachtete Investmentchance. 

Vor allem bei Bestandswohnungen ist Stauraum im Keller oder auf dem Dachboden meist recht begrenzt – und die Situation könnte sich noch weiter verschlechtern. Denn wo Keller- und Dachgeschoss zur Souterrain- und Mansardenwohnung werden, warten zwar neue Mieteinnahmen und Wertsteigerungen für die Objekteigner; in der Folge wächst aber auch der Bedarf an externem Stauraum, den Selfstorage-Anbieter zu bedienen wissen. Angesiedelt an der Assetklasse der Logistikimmobilien könnten ihre Flächen somit verstärkt Teil immobilienspezifischer Investmentüberlegungen werden.

Die Notwendigkeit des Selfstorage-Gebrauchs kann zudem durch eine Veränderung der eigenen Wohnsituation – oder auch des Arbeitsumfelds – entstehen: Verkleinern sich Privatpersonen wohnungstechnisch, geschieht das nicht selten zulasten des Stauraums. Die Gründe für eine solche Veränderung reichen von steigenden Mieten über den Wechsel vom Eigenheim in eine barrierefreie Mietwohnung bis hin zu längeren Auslandsaufenthalten. Stichwort Workation und New Work.

Schließlich hat sich mit der Corona-Pandemie als Initialzündung das Arbeiten grundlegend verändert – genau wie viele Arbeitswelten, die im Schulterschluss mit Homeoffice und Co. auf flexiblere Flächenkonstrukte für mehr Wirtschaftlichkeit setzen. Ergo: Nicht nur Privatkunden gehören zur Klientel von Selfstorage-Anbietern, sondern genauso gewerbliche Nutzer, die die externe Lagerung von Akten und Mobiliar zugunsten geringerer Mietkosten gerne in Kauf nehmen.

Passenderweise präsentieren sich Selfstorage-Anbieter bereits äußerst divers mit Lagerräumen von einem bis zu 50 Quadratmetern. Und: Eine Anmietung ist kurzfristig möglich. Flexibilität, die vor allem mittelständische Unternehmen und Start-ups zu schätzen wissen.

Kein großflächiger Leerstand und stabile Erträge

Aus Investoren- und Betreibersicht sind – neben der breit aufgestellten Kundschaft – noch weitere Vorteile zu identifizieren. Die Vielzahl an kleineren Mieteinheiten ist im Vergleich zu anderen gewerblichen Immobilienklassen weniger anfällig für großflächige Leerstände, sodass mit vergleichsweise stabilen Erträgen gerechnet werden kann. Niedrige Betriebs- und Instandhaltungskosten tragen ebenfalls dazu bei, dass sich Selfstorage-Investitionen als risikoarmes Investment mit attraktiven Renditen präsentieren.

So überrascht es kaum, dass Selfstorage mehr und mehr als Option der Diversifizierung des eigenen Immobilienportfolios in Betracht gezogen wird. Sollte also die Nachfrage in Zukunft, wie von Experten erwartet, weiter steigen und sich Selfstorage als stabile und wachstumsstarke Assetklasse etablieren, ist womöglich nicht mehr nur unter den eingelagerten Gütern so mancher verborgener Schatz zu finden; auch die Lagerstätte selbst könnte ein solcher sein.

Ein Beitrag von Marcel Holka, Experte für die Vermietung und den Verkauf von Lager- und Logistikimmobilien bei Robert C. Spies Industrial Real Estate.

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zuletzt editiert am 17. Februar 2025