Visualisierung des Kölner Quartiers Cologneo. Quelle: kadawittfeldarchitektur/CG Gruppe
So soll das Kölner Quartier Cologneo eines Tages aussehen, doch momentan stockt der Bau des Projektes von Consus. Quelle: kadawittfeldarchitektur/CG Gruppe

Unternehmen & Köpfe

07. October 2021 | Teilen auf:

Schwere Vorwürfe gegen Adler Group

Der Immobilienkonzern Adler dementiert unter anderem den Vorwurf, die Immobilienwerte in den Bilanzen seien überhöht angesetzt.

Der Investor und Rechercheur Fraser Perring hat einen Report publiziert, der sich ausführlich mit dem börsennotierten Konzern Adler Group befasst. Darin geht es um den Verdacht, die Immobilienwerte seien überhöht angesetzt, es gebe Tricks bei der Bilanzierung – und auf den Baustellen gehe nichts voran. Das Handelsblatt berichtet in seiner heutigen Ausgabe darüber. Die Adler Group selbst dementierte die Vorwürfe gestern Abend und kündigte eine ausführliche Stellungnahme an.

Ob in Köln, Düsseldorf oder anderswo – schon lange fragen sich die Bürger und Stadtverwaltungen, warum auf den dortigen Großbaustellen von Consus/Adler das Unkraut wächst statt neuer Gebäude.

Laut dem Bericht von Perring und seines Recherchehauses Viceroy steht hinter Adler ein Netzwerk um den Unternehmer Cevdet Caner, dessen Immobilienunternehmen Level One im Jahr 2008 zusammenbrach. Man kaufe gut kapitalisierte Unternehmen auf und höhle sie aus. Caner kündigte juristische Schritte gegen Perring an.

Die Adler Group hatte 2020 mit Ado Properties und Consus Real Estate fusioniert. Dabei brachte Ado ein umfangreiches Wohnportfolio ein und Consus zahlreiche Projektentwicklungen, die man unter anderem zuvor von der CG Gruppe übernommen hatte. Dazu zählen das Quartier Cologneo in Köln-Mülheim mit einem Investitionsvolumen von rund 360 Millionen Euro und das Großprojekt Grand Central am Düsseldorfer Hauptbahnhof.

Still steht auch das Glasmacherviertel in Düsseldorf-Gerresheim, das von der Patrizia AG entwickelt wurde, 2017 an die Adler-Beteiligung Brack Capital Properties ging und von ihr Ende 2019 zu 75 Prozent an private Investoren weitergereicht wurde.

Adler hatte Anfang dieser Woche angekündigt, „strategische Handlungsmöglichkeiten zu sondieren“. Dies könne zum Verkauf eines „wesentlichen Teils des von der Adler direkt und/oder indirekt gehaltenen mieteinnahmengenerierenden Immobilienbestandes führen“. Auch ein Rückkauf von Aktien oder Anleihen sei denkbar. Man wolle den Verschuldungsgrad reduzieren. Adler hat rund 70.000 Mietwohnungen in seinem Portfolio.

Im Bericht des Handelsblattes kommt auch Christoph Gröner zu Wort, der sein damaliges Unternehmen CG Gruppe bei Consus eingebracht hatte, aber dann 17 Entwicklungsobjekte von Consus für sein neu gegründetes Unternehmen Gröner Group erwarb.