Ein Eurocopter Tiger Kampfhubschrauber der Bundeswehr im Flug über einem Flugplatz, mit weiteren Helikoptern im Hintergrund.
Symbolbild: In Deutschland hat die Studie insgesamt 27 Projekte in diversen Defence-Teilbereichen identifiziert. (Quelle: Pixabay)

Standorte & Märkte 2026-10-28T07:29:08.844Z Rüstungsbranche: Knapp 200 Projekte in Europa

Cushman & Wakefield zählt die Rüstungsprojekte in Europa seit 2024. In Deutschland sind 27 Vorhaben mit rund 500.000 Quadratmetern erfasst.

Die steigenden Verteidigungsausgaben in Europa sorgen für zusätzliche Nachfrage nach Industrie- und Logistikimmobilien. Nach einer aktuellen Untersuchung von Cushman & Wakefield wurden zwischen Anfang 2024 und August 2026 europaweit 197 Projekte der Verteidigungsindustrie erfasst. Dazu zählen Neubauten, die Nutzung bestehender Immobilien sowie Erweiterungen vorhandener Produktionsstätten. Die Analyse ist Teil des Reports „Future Flows: Global Dynamics & European Industrial Real Estate“.

Mehr als die Hälfte der registrierten Vorhaben (54 Prozent) betrifft neue Standorte. Über 36 Prozent der Projekte entfallen auf Neubauten, weitere gut 17 Prozent auf den Erwerb, die Anmietung oder die Umnutzung bestehender Gebäude. Die übrigen 46 Prozent betreffen Erweiterungen vorhandener Produktionsanlagen.

Deutschland zählt 27 Rüstungsprojekte

Mehr als 40 Prozent der erfassten Projekte konzentrieren sich auf Großbritannien, Deutschland und Frankreich. Zusammen entfallen über 80 Vorhaben auf diese drei Länder, die damit zu den wichtigsten Standorten der europäischen Rüstungsproduktion gehören.

In Deutschland identifizierte Cushman & Wakefield insgesamt 27 angekündigte Projekte mit einem Flächenvolumen von rund 500.000 Quadratmetern Produktions- und Logistikimmobilien. Fünf Vorhaben betreffen den Bereich Artillerie und Munition, jeweils vier die Bereiche Luft- und Wasserfahrzeuge sowie Systeme und Komponenten. Weitere Projekte entfallen unter anderem auf Drohnen, autonome Fahrzeuge und Waffensysteme. Zu den beteiligten Unternehmen gehören Rheinmetall, KNDS, Thales und Diehl.

Die am häufigsten nachgefragte Flächengröße liegt laut Studie zwischen 10.000 und 25.000 Quadratmetern. Bei Neubauten beträgt die durchschnittliche Fläche rund 20.000 Quadratmeter.

Auch Bestandsimmobilien gefragt

Die zusätzliche Nachfrage konzentriert sich nicht ausschließlich auf neu errichtete Produktionsanlagen. Nach Einschätzung von Cushman & Wakefield kommen für bestimmte Nutzungen auch bestehende Industrieimmobilien infrage, darunter freiwerdende Standorte aus der Automobilindustrie.

Rainer Koepke, Head of Logistics & Industrial Agency Germany bei Cushman & Wakefield, erläutert: „Ein Großteil der Nachfrage bezieht sich auf Eigennutzer im Produktionsbereich. Vereinzelt sind aber auch Anmietungen von nutzerspezifischen Neubauten gefragt - insbesondere bei eher unkritischen Produkten.“

Neben den großen Rüstungsherstellern erwartet das Beratungsunternehmen eine zunehmende Flächennachfrage entlang der Zulieferketten. Die Ausweitung der europäischen Verteidigungsproduktion könnte damit auch zusätzliche Anforderungen an Lagerung, Distribution und spezialisierte Industrieflächen mit sich bringen. Cushman & Wakefield sieht darin Potenzial sowohl für neue Projektentwicklungen als auch für die Repositionierung bestehender Industrie- und Logistikimmobilien.

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zuletzt editiert am 28. Oktober 2026
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