Visualisierung des neuen Konzernhauses in Stuttgart. Quelle: OLN/Strabag Real Estate
So soll das neue Strabag-Konzernhaus in Stuttgart aussehen. Quelle: OLN/Strabag Real Estate

Projekte

12. October 2021 | Teilen auf:

Stuttgart: Richtfest für nachhaltiges Konzernhaus

Die Strabag-Gruppe hat den ersten Meilenstein im Bauprozess für das sechsgeschossige Bürogebäude am Albstadtweg 10 in Stuttgart gefeiert.

Das gemeinsam von der Immobilienentwicklerin Strabag Real Estate, Züblin als Generalunternehmen und der Zentralen Technik als Generalplanerin realisierte Pilotprojekt zum nachhaltigen Bauen strebt signifikante CO2-Einsparungen, einen effizienten Gebäudebetrieb sowie ein DGNB-Nachhaltigkeitszertifikat in Gold an.

Bei dem im Partneringverfahren Teamconcept® umgesetzten Bauvorhaben werden gezielt und umfassend energieeffiziente Technologien und ressourcenschonende Baustoffe eingesetzt. So wurde der nun termingerecht fertiggestellte Rohbau rundum klimafreundlich von der Bodenplatte bis zum Dach aus CO2-reduziertem Beton und Bewehrungsstahl errichtet. Beide Baustoffe erreichen durch ergänzende Kompensationsmaßnahmen CO2-Neutralität. Für nachhaltig effiziente Prozesse sorgen das integrale Planen und Bauen mit BIM 5D® in Kombination mit LEAN-Prinzipien.

„Dieses Projekt lebt von der Teamarbeit und wird von ihr geprägt: Teams aus unterschiedlichen Konzerneinheiten arbeiten hier Hand in Hand und demonstrieren gemeinsam, was möglich ist, wenn wir bei Züblin und Strabag unsere Kompetenzen zielorientiert bündeln. Das neue Konzernhaus ist für uns auch ein Pilotprojekt zum nachhaltigen Bauen“, erklärt Stephan Keinath, Vorstandsmitglied der Ed. Züblin AG. Dies gelte insbesondere für die komplexe Nutzung von CO2-reduziertem Beton im Hochbau, ergänzt Züblin-Oberbauleiter Joachim Zabel von der Direktion Stuttgart, Bereich Schlüsselfertiges Bauen 2: „Der konsequente Einsatz von CO2-reduzierten Betonen mit deutlich verzögerten Früherhärtungszeiten erfordert auch besondere Maßnahmen in der Schalungstechnik und Betonnachbehandlung. Es ist uns jedoch erfolgreich gelungen, unter anderem durch höhere Schalungs- und Rüstungsvorhaltungen diesen Nachteil zu kompensieren und den Rohbau termingerecht fertigzustellen.“

Über klimafreundlichen Beton und Stahl hinaus setzen SRE und Züblin für den Neubau auch bei anderen Baustoffen auf Ressourcenschonung: Das in der Pfosten-Riegel-Konstruktion der Fassade und den Fensterrahmen verbaute Aluminium hat einen hohen Recycling-Anteil von bis zu 70 Prozenz und ist vollständig wiederverwertbar. Zur Dämmung von Dach und Fassade wird nicht Styropor (EPS-Platten) sondern klimafreundliche Steinwolle eingesetzt: Sie wird aus nahezu unbegrenzt vorkommenden Gesteinsarten (zum Beispiel Basalt Diabas) gewonnen und ist ebenfalls fast komplett recycelbar. Zudem werden im Gebäude Cradle-to-Cradle (C2C) zertifizierte Teppichfliesen verlegt, die vollständig aus recyceltem Material bestehen und zu 100 Prozent wiederverwertbar sind.

„Mit regenerativer Energieversorgung, durchdachter Begrünung, Biodiversität und dem Einsatz von Regenwasser leisten wir einen aktiven Beitrag, überhitzte Städte wieder herunter zu kühlen“, unterstreicht Axel Möhrle, SRE-Bereichsleiter Stuttgart, den städtebaulichen Anspruch. Deshalb setzen SRE und Züblin auf den Einsatz einer 4-Leiter-Wärmepumpe, Schichtspeicherkombinationen und eine hocheffiziente Photovoltaik (PV)-Anlage auf dem Dach des Bürohauses. Bei sehr tiefen Temperaturen (< -10°C) kommt ergänzend ein Gasbrennwertkessel zum Einsatz. Zur Bewässerung der Begrünung an den Fassaden und der grünen Inseln im Innenhof und auf dem Vorplatz dient ein rund 60.000 Liter fassender Regenwasser-Vorratsspeicher.

Eine großzügige E-Mobilitätsinfrastruktur rundet das Nachhaltigkeitskonzept des neuen Konzernhauses ab: Die insgesamt 24 E-Ladestationen in der Tiefgarage und an den Außenstellplätzen werden durch Solarstrom aus der PV-Anlage unterstützt, ein ergänzender Batteriespeicher optimiert die Ladekapazität. Weitere E-Ladeanschlüssen gibt es in der großzügigen Fahrradgarage mit 106 Plätzen.

Im Herbst 2022 werden drei Einheiten der Strabag-Gruppe mit insgesamt rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das neue Konzernhaus beziehen und unter einem Dach zusammenarbeiten. Die auf sechs Geschosse verteilte, rund 10.000 Quadratmeter große Bürofläche teilen sich die Stuttgarter Teams des Strabag-Zentralbereichs Innovation & Digitalisation (SID), die Zentrale Technik der Ed. Züblin AG sowie die Strabag BRVZ IT. Neben einem durchgehend hohen technischen Ausstattungsstandard soll das neue Gebäude geprägt werden durch ein modernes Büronutzungskonzept mit Desk-Sharing und ohne feste Arbeitsplätze. Die offen gestaltete Bürowelt in der 3. Etage soll gezielt das kollaborative Arbeiten unterstützen.