Das Transaktionsvolumen schrumpft um 25 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro und ist damit das schwächste Quartalsergebnis seit zwei Jahren.
Der Retail-Investmentmarkt ist verhalten ins Jahr 2018 gestartet. Das erreichte Transaktionsvolumen von 1,69 Milliarden Euro ist das niedrigste Quartalsergebnis seit zwei Jahren, das Minus zum Vorjahr fällt mit 25 Prozent recht kräftig aus. Auch der langfristige Vergleich unterstreicht diesen Eindruck: Der Mittelwert der vergangenen fünf Jahre wurde mit
26 Prozent nahezu identisch unterboten.
Zwar waren Fachmärkte und Fachmarktzentren auch im ersten Quartal 2018 besonders stark gefragte Objektklassen – zusammen kamen sie auf einen Anteil am Gesamtvolumen von 39 Prozent. Doch ging die absolute Investmentsumme auf Jahressicht von 1,25 Milliarden Euro auf 655 Millionen Euro deutlich spürbar zurück. Ähnlich trügerisch ist das Bild bei Shopping Centern, die zwar ihren Anteil bei 17 Prozent und damit nahezu stabil halten konnten, zugleich aber einen Rückgang von 397 Millionen Euro auf 292 Millionen Euro verkraften mussten.
Derweil setzten die Geschäftshäuser ihr Comeback fort, steigerten ihr Transaktionsvolumen von 507 Millionen Euro auf 532 Millionen Euro und erreichten damit einen Anteil von 31 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 23 Prozent. Supermärkte mit 7 Prozent und Warenhäuser mit 5 Prozent folgen am Ende des Feldes.
Im Städtevergleich wurde das größte Volumen zu Jahresbeginn auf dem Hamburger Markt beobachtet. Mit einem Plus beim Volumen um 607 Prozent auf 238 Millionen Euro setzte sich die Hansestadt vor München (150 Millionen Euro/plus 13 Prozent) an die Spitze. Dahinter folgt Stuttgart, das nach einer Nullrunde im vergangenen Jahr diesmal 85 Millionen Euro erzielte. Erst mit deutlichem Abstand folgen Berlin (57 Millionen Euro) und Frankfurt (50 Millionen Euro). Die rheinischen Großstädte Köln und Düsseldorf gehen nahezu leer aus.
Private Investoren nutzen hohe Preise und verkaufen
Auf der Verkäuferseite nutzten vor allem Asset/Fonds Manager und private Investoren das hohe Preisniveau, um sich von Objekten zu trennen. Mit rund 859 Millionen Euro lagen die Asset/Fonds Manager bei einem Anteil von 51 Prozent nach 46 Prozent im Vorjahr. Private Investoren verkauften Objekte für 217 Millionen Euro und stellten damit 13 Prozent der Verkäufer nach nur fünf Prozent im Vorjahr. Der Anteil der Entwickler ging indes von 17 Prozent auf elf Prozent zurück.
Auch bei den Käufern dominieren Asset/Fonds Manager mit 645 Millionen Euro und 38 Prozent den Markt. Auffällig aktiv waren hier zudem Versicherungen, die ihren Anteil von zwei Prozent auf nun 17 Prozent steigerten, indem sie für rund 286 Millionen Euro einkauften.
Der Anteil ausländischer Käufer lag im ersten Quartal des Jahres bei nur 35 Prozent und fällt auf Verkäuferseite mit 55 Prozent erneut deutlich höher aus. Per Saldo haben Ausländer ihre Bestände um 350 Millionen Euro reduziert.
Sandra Ludwig, Head of Retail Investment JLL Germany: „Die Dealpipeline ist gut gefüllt. Wir erwarten daher ein mit dem Vorjahr vergleichbares Transaktionsvolumen in der Assetklasse Retail. Coreprodukte stehen dabei erneut im klaren Fokus der institutionellen Investoren.“ Im Gesamtjahr 2017 hatte der Markt rund 11,5 Mrd. Euro Transaktionsvolumen erzielt und damit auf dem Mittelwert der vorangegangenen fünf Jahre gelegen.