Visualisierung Freiheit Emscher - Luftbild. Quelle: ArGe Freiheit Emscher
Freiheit Emscher: Visualisierung der Planung neuer Gewerbe- und Büroansiedlungen auf den ehemaligen rund 35 Hektar großen Kohlelagerflächen der RAG entlang des Rhein-Herne-Kanals in Essen. Quelle: ArGe Freiheit Emscher

Unternehmen & Köpfe

04. October 2021 | Teilen auf:

RAG konzentriert sich auf Flächenentwicklung

Als Flächenentwickler innerhalb des RAG-Konzerns hat die RAG Montan Immobilien seit 1977 rund 9.300 Hektar ehemalige Bergwerksareale im Ruhrgebiet und im Saarland in hochwertige Wohn-, Gewerbe- und Logistikstandorte sowie in lebendige Stadtquartiere verwandelt. Bei der diesjährigen Expo Real vom 11. bis 13. Oktober in München präsentiert sich das Unternehmen mit aktuellen Projekten und seiner neuen strategischen Ausrichtung am Stand Nr. 330 in der Halle B.1 als Standpartner der Business Metropole Ruhr (BMR).

„Die Entwicklungsprojekte der RAG Montan Immobilien sind sichtbare Beispiele für das Engagement des Bergbaukonzerns RAG auch nach Stilllegung der letzten Steinkohlezechen Ende 2018. Was unsere Immobilientochter auf unseren ehemaligen Bergbaustandorten gestaltet, ist ein Stück Zukunft und Beweis dafür, dass wir den Strukturwandel in der Region unterstützen: Wir schaffen neues Leben auf alten Zechen“, sagt Michael Kalthoff, Finanzvorstand der RAG Aktiengesellschaft und Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien, und fasst damit die strategische Aufgabe der RAG-Immobilientochter zusammen.

Mit Beginn des kommenden Jahres fokussiert sich die RAG Montan Immobilien zum einen auf die „eigen“-wirtschaftliche Flächenentwicklung auf ehemaligen Bergbau-arealen sowie zum anderen auf strukturpolitische mit dem Land NRW und etlichen Kommunen vereinbarte Flächenentwicklungsprojekte. Diese Projekte werden gemeinsam mit Partnern in Projektgesellschaften realisiert und eine Laufzeit bis in die 2030er Jahre haben.

Die Aktivitäten des Unternehmens im Nachbergbaumanagement, wie der Rückbau und die Sanierung ehemaliger Bergbaustandorte einschließlich der Grundwasser-sanierung, werden in weiten Teilen in den Mutterkonzern RAG Aktiengesellschaft reintegriert. Basis dieser Umstrukturierung ist der im November 2019 angekündigte immobilien-wirtschaftliche Strategiewechsel der RAG Aktiengesellschaft. Danach hat für den Konzern die verlässliche Bearbeitung der Aufgaben des Nachbergbaus oberste Priorität.

Umstrukturierung startet zu Beginn 2022

„Ab dem 1. Januar 2022 wird die RAG Montan Immobilien mit einer optimierten Organisation und einer rund 40 Mitarbeiter starken Mannschaft an den Start gehen und sich auf die Revitalisierung ehemaliger Bergbaustandorte konzentrieren und diese Flächen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Nutzung auf den Markt bringen“, betont Unternehmenschef Kalthoff. Neben der Flächenentwicklung an Ruhr und Saar werde die RAG Montan Immobilien noch die Themen Windenergie sowie Boden- und Stoffstrommanagement in eigenen Geschäftsbereichen bearbeiten.

Unter Führung von Michael Kalthoff, der seit Oktober 2020 Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien ist, wird die für neue Ansiedlungen dringend benötigte Flächenentwicklung in den ehemaligen Bergbauregionen im Ruhrgebiet und im Saarland Kerngeschäft der RAG Montan Immobilien bleiben. Sie wird damit weiterhin im Sinne der RAG bis zum Abschluss des letzten Entwicklungs-projekts auf ehemaligen RAG-Bergbaustandorten einen wesentlichen Beitrag zum Strukturwandel leisten.

Unterstützt wird Michael Kalthoff in der Geschäftsführung weiter von Stefan Hager, Leiter des Unternehmensbereichs Standort- und Geodienste der RAG Aktiengesellschaft und ebenso seit Oktober 2020 Mitglied der RAG Montan Immobilien Geschäftsführung. Ab Mitte 2022 soll dann Sandra Nierfeld, langjährige Projektleiterin der RAG Montan Immobilien und Leiterin des Geschäftsbereichs Entwicklung, in die Geschäftsführung berufen werden. Ulrich Wessel, amtierender Arbeitsdirektor und ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung, scheidet Ende 2021 aus dem Unternehmen aus und wechselt zum 1. Januar 2022 als Geschäftsführer zur DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH (DMT-LB) nach Bochum.

Die Leitung der vier operativen Geschäftsfelder übernehmen Thomas Middelmann, für den Bereich Flächenentwicklung NRW, sowie Martin Krantz für das Saarland; Jessica Meier für den Bereich Windenergie, Michael Laßl für den Bereich Bodenmanagement und Guido Dahmen für den Bereich Stoffstrommanagement. Für die kaufmännische Leitung zeichnet der langjährige Leiter des Controllings Ayhan Satan. Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt in Essen auf dem Welterbe Zollverein. Das Büro Saar wird weiterhin am Standort Duhamel in Ensdorf sein.

Die Neuaufstellung mit der Fokussierung auf die Flächenentwicklung basiert auf der erfolgreichen Bilanz der RAG Montan Immobilien in diesem Geschäftsfeld. Allein im vergangenen Jahr 2020 hat die RAG Montan Immobilien rund 190.000 Quadratmeter revitalisierte Bergbauflächen als baureife Grundstücke an Gewerbebetriebe, Industrieunternehmen oder Investoren verkauft und rund 50.000 Quadratmeter für den Wohnungsbau an Privatleute und Bauträger. Weitere rund 1.000 Hektar Fläche (10 Millionen Quadratmeter) an revitalisierten Bergbauflächen werden in den kommenden Jahren dazukommen. Die Zahlen sind sowohl Beleg für die Bedeutung der Flächenentwicklung auf ehemaligen Bergbaustandorten an Ruhr und Saar als auch Beleg für den nachhaltigen und zukunftsfähigen Umgang des gesamten RAG-Konzerns mit der Ressource Boden.

Zukünftige Projekte in der Region

Vor diesem Hintergrund bleibt die Flächenentwicklung auf ehemaligen Bergbau-standorten in den kommenden Jahren das Standbein der RAG-Immobilientochter. Aufgrund ihres großen Flächenportfolios ist die RAG Montan Immobilien dabei gefragter Partner zur Bewältigung des Flächenengpasses bei gewerblichen, industriellen sowie logistisch nutzbaren Arealen in der Metropole Ruhr. Dies gilt auch für die starke Nachfrage nach Wohnbauprojekten.

Beispiele solcher Entwicklungsprojekte finden sich in der gesamten Metropole Ruhr. Das interkommunale Projekt „Freiheit Emscher“ der Städte Essen und Bottrop sowie der RAG Montan Immobilien umfasst insgesamt 1.700 Hektar Fläche und gilt damit derzeit als die größte Flächenreserve inmitten des Ruhrgebiets. In das Projekt sind allein rund 150 Hektar ehemalige Bergbauflächen im nördlichen Stadtraum von Essen und im südlichen Stadtgebiet von Bottrop integriert.

Das rund 90 Hektar große Areal des Bergwerkes Auguste Victoria 3/7 in Marl wird als Projekt gate.ruhr in einer gemeinsamen Projektgesellschaft der Stadt Marl und der RAG Montan Immobilien entwickelt. Im nördlichen Ruhrgebiet entsteht ein gewerblicher Zukunftsstandort mit internationalem Anspruch und trimodaler Anbindung über Straße, Schiene und Kanal.

Weitere bedeutende Entwicklungsstandorte in der Metropole Ruhr sind die Neue Zeche Westerholt in Gelsenkirchen und Herten, der „Industriepark Große Heide“ in Dorsten-Wulfen sowie die „Wasserstadt Aden“ in Bergkamen auf einem ehemaligen Zechenareal direkt am Datteln-Hamm-Kanal, aber auch die Standorte  „Bergwerk Ost“ in Hamm mit rund 55 Hektar und „Bergwerk West“ in Kamp-Lintfort mit ca. 35 Hektar Fläche.

Darüber hinaus hat die RAG Montan Immobilien auch im Saarland noch einige Entwicklungsprojekte in Arbeit, u.a. den rund 100 Hektar großen Standort des ehemaligen RAG-Bergwerkes Duhamel mitsamt der angrenzenden Bergehalde in Ensdorf.

Neben der Entwicklung dieser großen Standorte als Stadtquartiere mit mehreren Nutzungsmöglichkeiten von Gewerbe, Wohnen, Freizeit bis hin zu industriell/logistischer Nutzung wird die RAG Montan Immobilien in den kommenden Jahren auch elf Wohnbauprojekte mit insgesamt rund 52 Hektar Fläche auf verschiedenen Bergbauarealen im Ruhrgebiet realisieren.