In Berlin-Wilmersdorf entsteht neuer Wohnraum durch Nachverdichtung in teils serieller Bauweise.
In Berlin-Wilmersdorf entstehen insgesamt 123 Wohnungen und einer Bruttogrundfläche von rund 13.000 Quadratmetern im Rahmen der Nachverdichtung eines bestehenden Quartiers. Die vier- beziehungsweise sechsgeschossigen Wohngebäude, die im Wohnbauprojekt Becker & Kries entstehen, ergänzen die bestehende Bebauung. Vier davon haben einen direkten Zugang zu der neuen Tiefgarage, die unter einer Freifläche zwischen dem Bestand errichtet wurde. Zwei Gebäude beherbergen im Erdgeschoss Ladenflächen.
Die Architekturplanung stammt von SWP Architekten und BRH Generalplaner, während Plansite Integral Design & Engineering die Tragwerks- inklusive der Massivbau- und Holzbaufachplanung verantwortet. Zudem ist die Planungsgesellschaft für die technische Gebäudeausrüstung (TGA) inklusive Bauphysik in den Leistungsphasen drei und fünf zuständig. Brüninghoff verantwortet als Generalbauunternehmen die Umsetzung inklusive der Holzbauelemente.
Die urbane Lage des Projekts erforderte eine enge Abstimmung sowohl unter den Planungsbeteiligten als auch mit den verschiedenen Behörden. Auch stellt sie besondere Anforderungen an die Baustellenlogistik und die Bauweise. Durch die Nähe zu den bestehenden Gebäuden und die begrenzten Platzverhältnisse war ein hoher Vorfertigungsgrad der Bauelemente entscheidend. Die serielle Holz-Hybridbauweise, bei der jeweils die Erdgeschosse und Treppenhäuser in massiver Bauweise und die oberen Etagen mit vorgefertigten Holzrahmenbauwänden und Brettsperrholzdecken errichtet werden, minimiert die Bauzeit und reduziert die Belastung des Umfelds durch Lärm und Emissionen.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Fokus
Das Projekt erfüllt den Effizienzhaus-55-Standard und trägt das Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude Plus“. Holz als zentraler Baustoff spielt eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks. Ergänzt wird dies durch eine nachhaltige Energieversorgung mittels Fernwärme und Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Die Wahl der Materialien und die Bauweise spiegeln das Ziel wider, eine ressourcenschonende und energieeffiziente Lösung zu schaffen.
Ein weiterer Aspekt dient der Nachhaltigkeit: Die Integration von begrünten Freiflächen sichert nicht nur die Aufenthaltsqualität im Quartier, sondern leistet auch einen Beitrag zur städtischen Klimaanpassung. Neue Spielflächen und Treffpunktmöglichkeiten können dabei auch von den aktuellen Bewohnern genutzt werden.
Technische Herausforderungen und innovative Ansätze
Die Integration der Holz-Hybridbauweise in Gebäudeklassen 4 und 5 stellte hohe Anforderungen an die Tragwerks- und Holzbauplanung unter Berücksichtigung des Brandschutzes und Sicherstellung des Schallschutzes. Dafür setzten die Beteiligten auf eine präzise Ausführungsplanung zur Integration alles Anforderungen. Zudem wurden die Geschosshöhen standardisiert, um Synergien und Wiederholungen in der Fertigung zu erzielen. Die Wohnungstrennwände wurden teilweise in Stahlbeton ausgeführt, um den Anforderungen an Brand- und Schallschutz gerecht zu werden.
Building Information Modeling (BIM) spielte eine zentrale Rolle bei der Planung und Realisierung des Projekts. Die digitale Planungsmethode kam nicht nur zur Abstimmung zwischen den Fachdisziplinen von den frühen Leistungsphasen bis zur Ausführungsplanung zum Einsatz, sondern wurde auch zur Optimierung der Logistik und Montageplanung genutzt. Die modellbasierte Planung ermöglichte eine präzise Kollisionsprüfung und lieferte belastbare Daten für die Produktion und Montage. Durch die Nutzung von BIM konnten auch Nachhaltigkeitsaspekte wie Erkenntnisse zur Ökobilanzierung frühzeitig in die Planung einfließen. Zudem wurde der Bauherr anhand des Modells stets detailliert über den aktuellen Planstand informiert.
