Die Quartiersentwicklung Cube Factory 577 in der neuen Bahnstadt Opladen. (Bild: Cube Real Estate) (Quelle: www.thethird.de)
Die Quartiersentwicklung Cube Factory 577 in der neuen Bahnstadt Opladen. (Bild: Cube Real Estate) (Quelle: www.thethird.de)

Projekte

03. December 2021 | Teilen auf:

"Quartiersentwicklungen müssen Identität stiften"

Ein guter Nutzungsmix, Energieeffizienz und kurze Wege gehören zu den Grundzutaten eines modernen Stadtquartiers. Doch damit Quartiere langfristig einen stadtbildprägenden Charakter erhalten, müssen sie Identität schaffen. Damit das gelingt, brauchen Projektentwickler ein gutes Gespür für lokale Gegebenheiten, Geschichte und Baukultur, meint Tilman Gartmeier, Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung des Leverkusener Projektentwicklers Cube Real Estate. Worauf sein Unternehmen bei Projekten setzt, um das lokale Stadtbild langfristig zu prägen, verdeutlicht er anhand der Cube Factory 577, einer Quartiersentwicklung in der neuen Bahnstadt Opladen.

Quartiere sind mit Recht von Projektentwicklern, Investoren und Stadtplanern geschätzt. Die Assetklasse bietet auskömmliche Renditen, eine diversifizierte Anlage und erfüllt je nach Konzept unterschiedliche städtebauliche Funktionen. Quartiere verkörpern Urbanität und stehen für kurze Wege. Dass die Nutzungsmischung mittlerweile (wieder) als attraktive Alternative zu homogenen Konzepten gesehen wird, ist eine der wichtigsten Entwicklungen für Stadtentwicklung und Baukultur in der vergangenen Dekade.

Quartier ist nicht gleich Quartier

Bei allem Lob, welches der Assetklasse zukommt, lassen sich dennoch bedeutende Unterschiede in der Qualität erkennen. Quartier ist nicht gleich Quartier: Manche Projekte kombinieren zwar unterschiedliche Nutzungsarten, doch die Akzeptanz in der Bevölkerung und die oftmals gewünschte Belebung einer Stadtteillage stellen sich nicht ein. Die Ursache liegt in der Natur der Assetklasse selbst: Quartiere brauchen Platz, den es in vielen Großstädten meist nur auf Konversions- oder ehemaligen Industrieflächen gibt. Das Rezept heißt dann häufig: abreißen, neu planen, neu bauen. Doch das kann ein fataler Fehler mit Blick auf die Baukultur sein. Gerade ehemalige Industrie- und Produktionsareale haben oft eine bewegte Vergangenheit mit enger Verbindung zur städtischen Geschichte. Werden alte Gebäude entfernt, geht auch ein Stück Stadtidentität verloren.

Cube Factory 577 als Beispiel für identitätsstiftende Stadtentwicklung

Wie die Historie eines Standortes bewahrt wird, lässt sich beispielsweise an der ehemaligen Bahnausbesserungshalle in der Neuen Bahnstadt Opladen (nbso) verdeutlichen. Das Areal im Leverkusener Stadtteil Opladen war mehr als 100 Jahre lang einer der wichtigsten Reparaturstandorte der Bahn für Lokomotiven. Um die Halle herum ließen sich die Werksarbeiter mit ihren Familien in den bahneigenen Wohnungen nieder. Entsprechend hoch war die Identifikation der Werktätigen mit ihrem Wohn- und Arbeitsplatz. Der Cube Real Estate war es als Projektentwickler und Bauherr deshalb ein wichtiges Anliegen, bei der Revitalisierung die Historie des Standortes zu würdigen. Deshalb wurden nationale wie internationale Architekturbüros beauftragt, eine Vision für das Areal zu erarbeiten, die gezielt Anleihen an der alten Bahnstadt nimmt. Auf Basis des Entwurfs der JSWD Architekten aus Köln hat Cube Real Estate in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung und Politik und unter Beteiligung der Nachbarschaft in nur 14 Monaten das Bebauungsplanverfahren abschließen können.

Das Resultat: Die Geschichte des Ausbesserungswerkes lebt in der Cube Factory 577 weiter: Zwei Fassaden und große Teile der alten Bahnausbesserungshallen bleiben erhalten. Das neue Quartier wird um diese Bauteile herum entwickelt. Industriecharme verbindet sich so mit zeitgenössischer Bauweise und fügt sich in die Umgebungsbebauung ein. Die ehemalige Bahnausbesserungshalle wird zu einer Symbiose aus Wohnen, studentischem Wohnen, Büro- und Gewerbefläche. Im Zentrum des Quartiers schaffen insbesondere Gastronomieangebote einen attraktiven Anziehungspunkt für alle Bewohner der neuen bahnstadt opladen. Das gesamte Quartier öffnet sich durch seine Wegeverbindungen gegenüber dem Rest der neuen bahnstadt opladen und bettet das Projekt so in den Gesamtkontext ein.

Sowohl bei der städtischen Planungsgesellschaft und der Lokalpolitik als auch bei den Anwohnerinnen und Anwohner der Neuen Bahnstadt Opladen sind die Pläne von Anfang an auf große Zustimmung gestoßen. Die vollständig fertiggestellte Cube Factory 577 lässt sich nach aktuellem Plan Anfang 2024 in der Praxis erleben.

zuletzt editiert am 03.12.2021