90 Prozent der befragten Proptechs erwarten mehr Neugeschäft. Digitale Projekte bremsen laut Studie vor allem organisatorische Hürden beim Kunden.
Proptechs sehen erste Entlastungen in der Zusammenarbeit mit Immobilienunternehmen. Fehlender Digitalisierungsdruck, mangelnde Risikobereitschaft und die fehlende Priorisierung digitaler Projekte werden geringer bewertet als im Vorjahr. Das zeigt die Proptech Germany Studie 2026 von Blackprint und der TH Aschaffenburg. Zugleich erwarten 90 Prozent der Befragten für 2026 und 2027 mehr Neugeschäft, mehr als die Hälfte davon einen merklichen Zuwachs.
Die Einschätzung der Auftragslage verbessert sich nach dem Tiefpunkt 2025 wieder. Auch die Umsatzbasis wächst: Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2025 mehr als eine Million Euro Umsatz. Unter den als reifer eingestuften Proptechs lag dieser Anteil bei 44 Prozent.
Organisatorische Hürden bleiben entscheidend
Die drei genannten Hindernisse gingen gegenüber dem Vorjahr jeweils um 0,2 Skalenpunkte zurück. Im Vergleich zu 2021 liegen die Hürden über die untersuchten Phasen Geschäftsmodellaufbau, Verkauf und Implementierung hinweg allerdings weiterhin höher.
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Entscheidungsstrukturen auf Kundenseite zählen mit 3,7 von fünf Punkten zu den größten Hindernissen. Fehlendes Kundenbudget ist die seit 2021 am stärksten gewachsene Hürde. Technische Probleme wie eine mangelhafte IT-Infrastruktur rangieren dagegen in allen drei Phasen am Ende der Bewertung.
Kapitalgeber zeigen sich überwiegend unverändert
57 Prozent der Befragten nehmen eine unveränderte Investitionsbereitschaft von Wachstumskapitalgebern wahr. Das ist der höchste Wert seit Beginn dieser Abfrage 2022. Eine gesunkene Bereitschaft melden 22 Prozent, nach 32 Prozent im Vorjahr. Eine gestiegene Bereitschaft beobachten 21 Prozent. Ein Fundraising-Prozess dauert im Durchschnitt weiterhin acht Monate.
40 Prozent der befragten Unternehmen sind seit ihrer Gründung ohne externes Kapital gewachsen. Das Exit-Potenzial hat als Finanzierungsargument seit 2022 einen Skalenpunkt verloren – stärker als jeder andere untersuchte Faktor. Marktpotenzial, Geschäftsmodell und Team bleiben aus Sicht der Befragten maßgeblich.
Von steigenden Auftragsvolumina berichten 70 Prozent der Proptechs mit Umweltfokus. Unter den Anbietern ohne ESG-Bezug sind es 18 Prozent. Als Treiber der Nachhaltigkeitsanforderungen nennen die Befragten gesetzliche Regulierung seltener als im Vorjahr: Ihr Anteil sank um elf Prozentpunkte auf 48 Prozent. Veränderte Kundenanforderungen gewinnen dagegen an Bedeutung und erreichen 26 Prozent, zehn Prozentpunkte mehr als zuvor.
Nach privatwirtschaftlichen Bestandshaltern ist die öffentliche Hand die am stärksten adressierte Akteursgruppe. Öffentliche Bestandshalter nennen 44 Prozent der Proptechs als Zielgruppe, Kommunen, Länder und Behörden 39 Prozent. Immobiliennutzer werden hingegen nur von 16 Prozent direkt angesprochen, obwohl 44 Prozent Mieterzufriedenheit als Nutzen ihrer Lösungen angeben.
Für die Studie wurden zwischen Januar und Juni 2026 insgesamt 192 vollständige Fragebögen ausgewertet. Die freiwillige Teilnahme im Rahmen der Real Pitches erfasst Unternehmen, die aktiv Marktsichtbarkeit suchen. Die Ergebnisse bilden damit deren Perspektive ab.
Die vollständige Studie steht auf der Website von Blackprint zum Download bereit.
