Das Bau- und Projektentwicklungsunternehmen Tecklenburg, das in Nordrhein-Westfalen tätig ist, soll trotz des Insolvenzantrags weitergeführt werden.
Die Tecklenburg GmbH hat beim Amtsgericht in Kleve einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Entscheidung sei infolge der aktuellen Entwicklung der Bauindustrie, die unter anderem mit einem Einbruch der Nachfrage am Wohnungsbau einhergeht, unumgänglich gewesen, teilt das Unternehmen mit. Das Amtsgericht hat Rechtsanwalt Dr. Markus Kier von der Kanzlei Piepenburg Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er soll die Ausgangslage eingehend analysieren und gemeinsam mit der Geschäftsleitung verschiedene Optionen für die Sanierung prüfen.
Die Auswirkungen vergangener und aktueller Krisen hätten dazu geführt, dass auch ein Traditionsunternehmen wie die Tecklenburg GmbH, das seit 146 Jahren besteht, in Schwierigkeiten geraten ist, heißt es in der Mitteilung. Insbesondere der Verkauf eines bereits fertiggestellten Großprojektes war zum Ende des Jahres 2023 fest eingeplant, konnte bislang aber nicht realisiert werden. Gestiegene Zinsen und angepasste Renditeerwartungen haben die Globalinvestoren verunsichert und zum Abwarten genötigt. Zur Überbrückung des so entstandenen Liquiditätsengpasses hat die Tecklenburg GmbH beschlossen, einen Antrag auf Insolvenz bei dem zuständigen Amtsgericht einzureichen.#
Hermann Tecklenburg will weitermachen
Trotz dieser Herausforderungen betont die Geschäftsführung die positive Aussicht auf eine Fortführung des Unternehmens. Erklärtes Ziel von Hermann Tecklenburg ist es, das Unternehmen weiterzuführen und sämtliche Bauprojekte in der zugesicherten Qualität und Termintreue fertigzustellen. Der gute Auftrags- und Projektbestand bilde die solide Grundlage für eine erfolgreiche Sanierung im Rahmen des Insolvenzverfahrens, teilt Tecklenburg mit. Das Unternehmen plant, diese Phase aktiv für eine Restrukturierung zu nutzen. Der Fokus wird auf einer nachhaltigen und langfristigen Neuausrichtung des Unternehmens liegen. Von der Insolvenz betroffen sind auch die Gruppengesellschaften Tecklenburg Projektentwicklungs GmbH sowie die Projektgesellschaften IG Dortmund Eastgate GmbH &Co. KG und IG Ratingen Wallstraße GmbH & Co. KG.
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