Der Immobilienweise Professor Dr. Harald Simons bleibt dabei: Die Preise für Wohnimmobilien in den Metropolen werden massiv nachgeben. Noch sprechen die Zahlen eine andere Sprache - doch das könnte sich bereits geändert haben.
Im vergangenen Jahr sorgte Professor Dr. Harald Simons bei der Vorstellung des Frühjahrsgutachtens der Immobilienwirtschaft für Aufsehen. Er hatte das Ende des Immobilienbooms vorausgesagt und einen Preisrutsch um bis zu ein Drittel prophezeit. Diskussionen in der Branche ließen nicht lange auf sich warten.
Ein Jahr später, bekräftigte Simons bei der Vorstellung des aktuellen Frühjahrsgutachtens gestern seine Thesen noch einmal - auch wenn die Preise bislang noch auf breiter Front nachgeben. „Für München, Berlin sowie Stuttgart sehe ich meine letztjährigen Prognosen bestätigt, hier rechne ich weiterhin mit einem Kaufpreisrückgang", sagt Empirica-Vorstand Simons. Er sieht aktuell Überbewertungen von etwa 30 Prozent und hält es für wahrscheinlich, dass die Preise bis 2022 an den genannten Standorten real um bis zu einem Drittel sinken werden.
Die heute vorgelegten Zahlen des Hauspreis-Index (EPX) des Finanzmarktplatzes Europace könnten ein Indiz in diese Richtung sein. Der EPX bildet reale Kaufpreise für Wohnimmobilien ab und hat nach zehn Monaten erstmals wieder rückläufige Preise ferstgestellt. Lediglich bei Ein- und Zweifamilienhäusern legten die Preise zu Jahresbeginn weiter zu. Allerdings bildet der Index deutschlandweite Entwicklungen ab und beschränkt sich nicht auf die Metropolen. Die hat allerdings der Trendindikator des Europace-Schwesterunternehmens Dr. Klein im blick. Ergebnis: Die aktuellen Erhebungen sehen für die Metropolregionen im Westen und im Süden zumindest ein Abflachen der Preiskurven.
Bundesbank mahnt ebenfalls
Auch die Bundesbank mahnt vor Überbewertungen bei Wohnimmobilien, weil in den Städten die Preise bis zu 30 Prozent über dem Niveau liegen würden, das die längerfristigen wirtschaftlichen und demografischen Faktoren rechtfertigen würden. Laut einer Stastik der Bundesbank zahlten Wohnungskäufer 2009 noch das 22-Fache der Jahresmiete für ihre Immobilie. Aktuell ist es das 35-Fache.
Simons argumentiert, dass sich die Zuwanderung nach München, Berlin und Stuttgart bereits beruhige. Gleichzeitig wachse das Wohnungsangebot kräftig, weil die vor Jahren genehmigte Wohnungen nun tatsächlich fertig würden. Berlin sieht Simons gar vor einer "regelrechten Fertigstellungswelle".