Um bis zu 14 Prozent sind die Preise für Wohnimmobilien 2017 gestiegen. Einen solch rasanten Anstieg wird es in Zukunft nicht mehr geben. Und das, obwohl der Neubau von Wohnimmobilien eher kraftlos daherkommt.
Der dynamische Preisanstieg am deutschen Markt für Wohnimmobilien wird sich nicht fortsetzen. „Wir gehen davon aus, dass sich der Preisanstieg am deutschen Wohnungsmarkt sowohl bundesweit als auch in den Metropolregionen mit zuletzt besonders starkem Preiswachstum spürbar verlangsamen wird“, sagte Verbandspräsident Dr. Louis Hagen im Rahmen der jährlichen Pressekonferenz des Verbands in Frankfurt am Main. Einen Einbruch der Wohnimmobilienpreise erwartet er allerdings auch nicht.
Insbesondere das weiterhin sehr robuste Wirtschaftswachstum sowie die Entwicklung von Einkommen, Beschäftigung, Zinsen und Verbraucherpreisen bleiben aus Sicht des vdp, der seine Markteinschätzungen auf eine in Breite und Tiefe einzigartige Datenbasis stützt, ein wesentlicher Stützpfeiler der gegenwärtigen Hausse am deutschen Immobilienmarkt.
Neubau ist zu kraftlos
Vor allem in den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart bleibt die Lage auf den Wohnimmobilienmärkten angespannt. Steigende Nominalzinsen dürften die Nachfrage nach Wohneigentum insgesamt jedoch abbremsen, was sich schließlich auch auf die Preisentwicklung auswirken wird. Der Neubau habe aktuell aufgrund hoher bauwirtschaftlicher Auslastung und knapper Baulandflächen nicht die Kraft, in einen überschießenden Boom zu münden.
2017 fast 14 Prozent Preisanstieg in den Metropolen
Im zurückliegenden Jahr hatte sich der Preisauftrieb am deutschen Immobilienmarkt weiter leicht beschleunigt: Der auf Basis echter Transaktionsdaten ermittelte Immobilienpreisindex des vdp ist 2017 im Jahresdurchschnitt um 6,8 Prozent gestiegen (2016: +6,4 Prozent). Wohnimmobilien verteuerten sich dabei um 6,9 Prozent (2016: +6,5 Prozent). In den Top-7-Städten war die Entwicklung noch deutlicher: Hier stiegen die Wohnimmobilienpreise gegenüber dem Vorjahr um 13,7 Prozent. Auch auf dem Markt für gewerbliche Immobilien setzte sich der Preisanstieg mit einem Plus von 6,5 Prozent (2016: +5,8 Prozent) fort, wobei sich Büroimmobilien mit 8,4 Prozent (2016 +7,7 Prozent) überdurchschnittlich stark verteuerten.
Immobiliengeschäft der Pfandbriefbanken weiter auf hohem Niveau
Die Darlehensneuzusagen der Pfandbriefbanken sind 2017 nach deutlichen Steigerungen in den Jahren zuvor mit 143,1 Milliarden Euro in etwa konstant geblieben (2016: 144,4 Milliarden Euro). Auf die Wohnimmobilienfinanzierung entfielen dabei 74,5 Milliarden Euro der Neuzusagen. Bei Gewerbeimmobilien waren es 68,5 Milliarden Euro. Insgesamt ist das Neugeschäft der Pfandbriefbanken im vergangenen Jahr um 4,6 Prozent auf 165,3 (2016: 173,2) Milliarden Euro gesunken.
Nach einem Rückgang des Emissionsvolumens im Jahr 2016 ist der Absatz von Pfandbriefen 2017 auf 48,8 (2016: 45,4) Milliarden Euro gestiegen. Hierbei entfielen auf Hypothekenpfandbriefe 36,9 (2016: 35,1) Milliarden Euro und auf Öffentliche Pfandbriefe 11,9 (2016: 10,3) Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet der vdp auf der Grundlage einer Umfrage unter seinen Mitgliedsinstituten einen erneut leicht ansteigenden Pfandbriefabsatz in Höhe von etwa 50 Milliarden Euro, wobei 39 Milliarden Euro auf Hypothekenpfandbriefe entfallen sollen, die damit im Vergleich zum Vorjahr erneut zulegen dürften.
