Visualisierung eines Ensembles von drei halbkreisförmigen Bürogebäuden (Quelle: Libeskind/KW Development)
Visualisierung der Media City (Bild: Libeskind/KW-Development) (Quelle: Libeskind/KW Development)

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15. November 2021 | Teilen auf:

Potsdam: Das sind die Pläne für die "Media City"

In der Babelsberger Medienstadt soll ein neuer Büropark als Gateway für den deutschen Filmstandort entstehen.

Das Studio Libeskind stellte am 12. November 2021 gemeinsam mit Oberbürgermeister Mike Schubert, Baubeigeordneten Bernd Rubelt, Bauunternehmer Jan Kretzschmar, Geschäftsführer KW-Development, und dem Eigentümer des Filmparks Babelsberg, Friedhelm Schatz, die Pläne für die "Media City" im Potsdam Museum vor. Die Stadt Potsdam hat grünes Licht für ein Werkstattverfahren für die Planung des 94.000 Quadratmeter großen Büroparks gegeben, der integraler Bestandteil des Filmparks in Babelsberg werden soll. Bereits Anfang September 2021 hatte der Potsdamer Bauausschuss den Libeskind-Entwurf als Grundlage für ein Bebauungsplanverfahren an die Stadtverordneten empfohlen, die sich am 2. Dezember dazu beraten.

„Mit dem neuen Büroensemble schaffen wir nicht nur weitere benötigte Büroflächen für die Medienstadt, sondern machen Babelsberg durch diesen Eyecatcher von internationaler Strahlkraft noch attraktiver. Besonders die Streamingdienste bauen ihr Geschäft immer weiter aus und benötigen dafür nicht nur mehr Content, sondern auch Standorte, wo diese produziert werden können. Mit unserem Projekt können wir dafür die richtigen Voraussetzungen schaffen.“, so Bauherr Jan Kretzschmar.

Das Entwurfskonzept konzentriert sich auf die Schaffung von Gebäuden, die auf die Bedarfe der Nutzer zugeschnitten sind, die Gemeinschaft fördern und flexible Büro- und öffentliche Räume bieten sollen. Der Entwurf sieht einen 66 Meter hohen, runden Büroturm vor, der von vier niedrigeren, bogenförmigen Gebäuden mit Höhen von 44 und 22 Metern umschlossen ist. Die niedrigeren, breiteren Gebäude sollen an der Straßenfront errichtet werden, während der höhere Turm von der Straße zurückgesetzt ist, um mehr Freiraum zu schaffen. Das Areal befindet sich an der Kreuzung Großbeerenstraße/August-Bebel-Straße, die neben dem bekannten "Action-Vulkan" des Filmparks und schräg gegenüber dem Bahnhof Potsdam-Medienstadt Babelsberg liegt. Derzeit liegt der Bauplatz für den Media City-Komplex brach und ist unbebaut.

"Die Gestaltung der fünf Gebäude ist inspiriert von Formen, die mit dem Filmemachen verbunden sind: gestapelte 70-Millimeter-Filmrollen, Kamerablenden und Objektive. Das Gebäudeensemble soll die Entwicklung Babelsbergs als weltbekannten Film- und Medienstandort weiter sichern", so Architekt Daniel Libeskind.

Der Projektentwickler Jan Kretzschmar hat das Grundstück 2020 vom Filmpark erworben. Das Büroensemble ist nicht das erste gemeinsame Bauprojekt der beiden Akteure: Kretzschmar und Schatz haben bereits die Wohn- und Geschäftshäuser in der Marlene-Dietrich-Allee sowie den Neubau für die Kostümsammlung in der Medienstadt entwickelt. Das Sammlungsgebäude für die Filmuniversität und das Filmmuseum stehen kurz vor der Fertigstellung, Schule, Hort, Sporthalle und Parkhaus stehen in den Startlöchern.

Rund 300 Millionen Euro sollen nun in das Libeskind-Projekt investiert werden, um rund 5.000 Arbeitsplätze am Standort zu schaffen und damit den Medienstandort langfristig zu stabilisieren und eine internationale Entwicklung zu ermöglichen. "Die künftigen Mieter sollen aus der Medienbranche kommen. Deshalb sind neben Büros auch Räume für Postproduktion, Ton und Gaming geplant, denn der Bedarf ist da", erklärt Kretzschmar. Aber auch öffentliche Nutzungen werden das neue Quartier mit Leben füllen, zum Beispiel durch Restaurants und Proberäume für Musikgruppen.

Die dynamische Entwicklung in der Medienbranche und die damit verbundene Bedeutung von Babelsberg als Wirtschaftsstandort unterstreicht auch eine aktuelle Analyse der Potsdamer Wirtschaftsförderung, die mit einer zukunftsgerechten Weiterentwicklung der Medienstadt große Chancen für ganz Potsdam verbunden sieht. So werden bis zum Jahr 2030 rund 14.500 weitere Beschäftigte und etwa 51 Hektar Gewerbeflächenbedarf für die Gesamtstadt prognostiziert. Die Medienbranche mit ihrem räumlichen Schwerpunkt in der Medienstadt stelle eine wichtige Kernkompetenz und einen großen Wirtschaftsfaktor in der Landeshauptstadt dar.

zuletzt editiert am 15.11.2021