Das Neugeschäft der Pfandbriefbanken in der Immobilienfinanzierung wächst erneut. Der Verband vdp sieht vereinzelt Preisübertreibungen an den Wohnungsmärkten - aber keine drohenden Verwerfungen.
Aus Sicht des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) stellt der anhaltende Preisauftrieb auf dem heimischen Markt für Wohnimmobilien derzeit keine Gefahr für die Finanzstabilität dar. „Auch wenn in einzelnen Teilmärkten durchaus Übertreibungen zu beobachten sind, drohen aus kreditwirtschaftlicher Sicht keine Verwerfungen. Weder bei Kreditnehmern noch bei den finanzierenden Instituten ist eine systematisch gestiegene Risikoneigung zu beobachten“, sagte Dr. Louis Hagen, Präsident des vdp und Vorsitzender des Vorstandes der Münchener Hypothekenbank.
In Summe ist derzeit keine Lockerung der Kreditvergabestandards seitens der finanzierenden Banken festzustellen. Vielmehr hat sich im Zeitablauf etwa der Fremdkapitalanteil, gemessen an den Anschaffungspreisen der beliehenen Immobilien, kaum verändert. Auch Kreditnehmer gehen keine signifikant erhöhten Risiken ein: Während die Zinsen in den vergangenen Jahren gesunken sind, nutzen sie die sich daraus ergebenden Finanzierungsvorteile für längere Zinsbindungen und höhere Anfangstilgungen.
Die aktuell positive Verfassung des Immobilienmarktes spiegelt sich auch in den Zahlen der Pfandbriefbanken wider: Die Darlehensneuzusagen in der Immobilienfinanzierung dominierten im vergangenen Jahr mit vier Fünfteln das Neugeschäft und wuchsen von 131,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf 139,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach einem Plus von rund 18 Prozent im Jahr 2015 hat damit die Dynamik des Neugeschäftswachstums 2016 nachgelassen. Auf die Wohnimmobilienfinanzierung entfielen 71,7 Milliarden Euro der Neuzusagen (plus sechs Prozent). Das Neugeschäft bei der Finanzierung von Gewerbeimmobilien stieg auf 67,7 Milliarden Euro (plus 6,2 Prozent).
Regulierung bleibt wichtiges Thema für Pfandbriefbanken
Spezialisierte Institute wie Pfandbriefbanken sind laut vdp im aktuellen Markt- und Wettbewerbsumfeld weiterhin einem erheblichen Regulierungsdruck ausgesetzt. Die Überarbeitung der Eigenmittelanforderungen für Kreditrisiken durch den Baseler Ausschuss ist nach wie vor ein wichtiges Thema für die Kreditinstitute. Hier steht ein Verhandlungsergebnis noch immer aus. Die größte Hürde bleibt die Einführung eines Output-Floors, der aus Sicht des Verbandes zu einem unverhältnismäßigen Anstieg der Eigenmittelanforderungen in der Immobilienfinanzierung führen würde.
Ein zweites für den Pfandbrief und seine Emittenten wichtiges Thema ist die von der Europäischen Kommission angestrebte stärkere Harmonisierung der nationalen Covered-Bond-Regime in den Mitgliedstaaten. Hier wird noch im Sommer 2017 eine Entscheidung der Kommission erwartet. Der vdp befürwortet dieses Vorhaben grundsätzlich, da eine Harmonisierung die Assetklasse als Ganzes in der Wahrnehmung der Investoren weiter stärken kann. Die Ende vergangenen Jahres vorgelegten Vorschläge der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA an die Kommission schießen aus Sicht des Verbands jedoch teilweise deutlich über das Ziel hinaus. Der vdp plädiert nach wie vor für einen prinzipienbasierten Harmonisierungsansatz, bei dem die Verantwortung für die technische Ausgestaltung den nationalen Gesetzgebern überlassen wird.