Der Projektsteuerer Arcadis und das Berliner Immobilienunternehmen Ziegert wollen schwierige Grundstücke und Bestandsimmobilien für den Wohnungsbau mobilisieren und gemischt genutzte Quartiere schaffen. Mehr dazu im Interview mit Geschäftsführer Sven Henkes.
Herr Henkes, wie ist es zu der Zusammenarbeit mit Arcadis gekommen?
Sven Henkes: Stadtentwicklung in Berlin ist komplex, vielschichtig und zeitintensiv. 2017 sind in Berlin 15.600 Wohnungen fertiggestellt worden. Bis 2035 müssten allerdings jährlich etwa 30.000 Wohnungen errichtet werden, um den Bedarf zu decken. Um noch Bauprojekte realisieren zu können, sind Projektentwickler und Bauträger darauf angewiesen diese schnell umsetzen zu können. Durch die Verbindung der Leistungen von Arcadis und Ziegert schaffen wir einen auf dem Markt bislang einzigartigen, integralen Dienstleistungsservice, der genau dabei unterstützt. Bereits seit über zwei Jahren stehen wir im kontinuierlichen Austausch miteinander. Beide Firmen decken unterschiedliche Fachgebiete ab, die sich hervorragend ergänzen.
Wie ist die Kooperation organisiert?
Sven Henkes: Unser Service für Entwickler und Bauträger umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Quartiers. Es beginnt mit der exakten Ortsanalyse und Bestimmung aller relevanten und beteiligten Anspruchsgruppen und endet mit dem Flächenrecycling. Diese ganzheitliche Betrachtung erfordert ein interdisziplinäres Planungsteam. Die bestehenden Mitarbeiter von Arcadis und Ziegert sind Experten auf ihren jeweiligen Gebieten. Für die Projekte im Rahmen der Kooperation werden jeweils passende Experten beider Unternehmen in integrierten Teams zusammengestellt. Die Projektleitung übernehmen Alexander Boether von Ziegert und Thorsten Schulte von Arcadis. Zum jetzigen Zeitpunkt planen wir keine gemeinsame operative Gesellschaft zu gründen.
Welche Grundstücke haben Sie im Blick?
Sven Henkes: Wir konzentrieren unsere Dienstleistung auf Grundstücke mit Quartiersdimension und großformatige Liegenschaften. Das sind ausgesprochen komplexe Projekte, die nur mit einer frühzeitigen und integralen Planung erfolgreich realisiert werden können. Die besonderen Effekte der Kooperationen erreichen wir je früher wir im Prozess unserer Kunden eingebunden werden. Nur so können wir spätere Konflikte und Terminverzögerungen vorbeugen. Außerdem erzielen wir höhere Projektqualität durch die frühzeitige Eruierung der Bedürfnisse, schnellere Genehmigungsverfahren und moderne Produkte durch nachhaltigkeitsorientierte Beratung. Dabei denken wir über die Stadtgrenzen hinaus auch an den Metropolraum Berlins. Es gibt auch bereits konkrete Ansätze, die aber noch vertraulich behandelt werden müssen.
Wie hoch ist das Projektvolumen, mit dem Sie rechnen?
Sven Henkes: In Zeiten, in denen das Angebot an Immobilien nicht im Mindesten der Nachfrage gerecht werden kann, erwarten wir ein hohes Interesse. So stehen wir bereits mit privaten und mit städtischen Immobilienunternehmen in ersten Gesprächen und Angebotsphasen.
Das Interview führte Markus Gerharz.
