In direkter Nachbarschaft zum Mönchengladbacher Hauptbahnhof und zur geplanten Seestadt mg+ entsteht ein städtebaulich wegweisendes und nachhaltiges Gebäude aus recycelten Schiffscontainern.
Die Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach (EWMG) verkauft ein knapp 900 Quadratmeter großes Grundstück an der Ecke Steinmetzstraße / Breitenbachstraße für den Bau eines grünen Mikro-Apartmentkomplexes („The Green Lofts“). So hat es der EWMG-Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag beschlossen.
„Wir haben nicht zu wenig Wohnraum, sondern zu wenig Phantasie, urbanem Leben Raum zu geben.” Dieser Aussage des Zukunftsforschers Christopher Peterka trotzt die Containerwerk Pro GmbH mit ihrem innovativen Baukonzept. Aus gebrauchten Seefrachtcontainern lässt sie Wohn- und Arbeitsraum entstehen. In der Funktion als Mikro-Apartments ist das Mönchengladbacher Projekt bundesweit Vorreiter und „setzt ökologisch und ökonomisch wichtige und zukunftsfähige Impulse für die Stadt“, sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs.
„Der Neubau bedient den gesellschaftlichen Bedarf nach flexiblen Wohnlösungen“, ergänzt Dr. Ulrich Schückhaus, Vorsitzender der EWMG-Geschäftsführung. „Das Projekt zahlt damit nicht nur auf die Healthy-Building-Initiative von Stadt und WFMG ein, hier entstehen auch zeitgemäße temporäre und bezahlbare Unterkünfte.“ Die Nutzungsdauer der Mieteinheiten wird zwischen einer Übernachtung und mehreren Wochen liegen.
Durch die modulare Systembauweise sind die Baukosten um 20 bis 35 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Immobilien. Die Bauzeit – und damit auch die Belastung für die umliegenden Anwohner – verkürzt sich um bis zu 70 Prozent, da die Elemente zu einem hohen Grad vorgefertigt werden.
48 gebrauchte 40-Fuß-Seefrachtcontainern werden auf einem Podest aus recyceltem Beton gestapelt. So entstehen auf ca. 1.250 Quadratmetern unterschiedlich große Apartments von 14 bis 56 Quadratmetern sowie Gemeinschaftsflächen. Ein 40-Fuß-Container bietet gut 26 Quadratmeter Nutzfläche bei einer Raumhöhe von circa 2,5 Metern. Die Parketage mit 35 Stellplätzen sowie das gesamte Gebäude werden großflächig durch eine Begrünung verdeckt. „Wir haben ein Konzept erarbeitet, das von der Entstehung der Materialien über die Nutzung bis hin zur Entsorgung ganzheitlich nachhaltig ist – ganz im Sinne des Cradle-to-Cradle-Gedankens“, sagt Nico Sauerland, designierter Geschäftsführer bei Container Pro.
